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Grevenbroich
Tier-Fotografen im Tarnanzug

Grevenbroich: Tiere in der Natur
Grevenbroich: Tiere in der Natur FOTO: Günter Sperschneider
Grevenbroich. Sie zeigen Tiere aus besonderen Perspektiven: die Hobbyfotografen Günter Sperschneider und Stefan Ivekovic. Sie sind in Geduld geübt – oft warten sie stundenlang auf das perfekte Foto. Von Christian Kandzorra

Wenn sich Günter Sperschneider und Stefan Ivekovic auf die Lauer legen, dann sind sie nicht nur gut getarnt, sondern auch extrem geduldig. Beide fotografieren seit einigen Jahren hobbymäßig seltene Tierarten im Stadtgebiet – und zeigen ihre außergewöhnlichen Fotos. "Wir warten teilweise mehrere Stunden auf das perfekte Motiv", sagt Stefan Ivekovic, der in Langwaden zuhause ist und bei der Naturfotografie gut abschalten kann. "Das ist für mich so etwas wie Flucht vor dem Alltag", sagt der 34 Jahre alte Fliesenleger.

Regelmäßig sind die Tier-Fotografen zum Beispiel im Bend, an der Erft oder auf der Königshovener Höhe unterwegs und halten Ausschau nach Tieren. "Dabei sind verschiedene Vogelarten, Füchse, Marder und einige andere Arten", erzählt Günter Sperschneider, der seine Spiegelreflexkamera auch schon mal vor einem Fuchsbau abstellt, mit einem Tarnnetz überspannt und aus sicherer Entfernung mit Hilfe eines Fernauslösers knipst. "So entstehen Fotos aus außergewöhnlichen Perspektiven", sagt der 55-Jährige, der sich vor sieben Jahren von Stefan Ivekovic in Sachen Naturfotografie "anstecken" ließ. Beide Grevenbroicher verfolgen ein Hobby, das viel Zeit in Anspruch nimmt: Bis zu zehn Stunden gedulden sie sich – in der Hoffnung, das perfekte Foto mit nach Hause zu bringen. "Manchmal bekommen wir ganz gezielt Tipps, manchmal fotografieren wir aber auch einfach das, was kommt", sagt Sperschneider, der stets auf der Jagd nach dem Einzigartigen ist. "Es ist aber auch schon vorgekommen, dass ich fünf Stunden lang unter einem Tarnnetz am Wasser saß und vergebens auf Eisvögel gewartet habe", berichtet der Orkener, der von Beruf Liefer-Fahrer ist.

Im Winter fotografiert er in erster Linie Tiere, die auf der Suche nach Futter sind. "Dazu zählen etwa Meisen und Amseln", sagt Sperschneider, der auf seinem Balkon auch eine kleine Futterstelle eingerichtet hat. Sein bestes Foto? "Das ist mehr oder weniger zufällig entstanden. Ich saß zwei Stunden auf der Königshovener Höhe im Auto, als plötzlich ein Blaukehlchen auf einem nahegelegenen Komposthaufen landete."

Auf Platz eins der besten Fotos von Stefan Ivekovic: eine wildlebende Mandarinente, die bei Norbert Wolf am Grevenbroicher Schneckenhaus zwischengelandet ist. "Mit der Zeit habe ich einige seltene Tierarten kennengelernt. Habe ich irgendetwas ganz Neues vor der Linse, dann recherchiere ich auch." Im Winter fotografiert er etwa Bussarde und Reiher.

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