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Hans Gerzlich
Tipps, wie Schwung ins Büro kommt

Grevenbroich. Der Kabarettist tritt am Samstag um 20 Uhr im Albert-Einstein-Forum auf. Zuletzt war er 2009 zu Gast in Kaarst.

Herr Gerzlich, Sie sind Comedy-Seiteneinsteiger: vom Controlling ins Kabarett - liegt das nahe?

Hans Gerzlich Absolut - von der Vorstandssitzung zum Kabarett war es nur ein kleiner Schritt. Ich habe schon früher in so mancher Präsentation mein mangelndes Fachwissen durch den einen oder anderen Gag ausgeglichen. In der Firma hat es mich zwar nicht recht vorangebracht, aber ich hatte ein prima Trainingsfeld für meinen jetzigen Beruf.

Sie sprechen in Ihrem aktuellen Programm "So kann ich nicht arbeiten!" auch ernste Themen wie Burnout an. Haben Sie damit persönlich Erfahrungen gemacht?

Gerzlich Na ja, in erster Linie sind meine Programme ja zum Lachen da. In "So kann ich nicht arbeiten!" spiele ich einen gehetzten Bürohengst, der langsam erkennt, dass der Job nicht alles ist im Leben. Psychische Probleme sind heute Krankschreibungsgrund Nummer eins. Früher war es "Rücken", heute ist es Burnout. Damit habe ich schon eigene Erfahrungen gemacht - und Sie und Ihre Leser bestimmt auch. Vielleicht haben Sie es nur nicht bemerkt, dass Sie abends Ihre Kinder angeschrien haben, weil Ihr Chef mittags zu Ihnen gesagt hat: "Hey, ich weiß, du bist terminlich total dicht, aber du musst noch das Interview mit diesem Gerzlich führen!"

Können Wirtschaftsthemen lustig sein? Die meisten finden diesen Bereich eher dröge...

Gerzlich Der Schwerpunkt liegt in meinem aktuellen Programm mehr im Bereich Büro-Comedy - und im Büro muss es ja alles andere als dröge zugehen. Halten Sie sich im Meeting zum Beispiel einfach mal eine Banane ans Ohr, bitten um Ruhe und geben Sie sie an einen Kollegen weiter mit den Worten: "Hier, ist für dich!" Ok, Sie werden danach nicht mehr an wichtigen Projekten beteiligt, aber Sie haben einen Mordsspaß - versprochen. Wenn Sie mehr solcher Tipps brauchen, wie Sie Schwung ins Büro kriegen, kommen Sie in mein Programm.

Ein überfüllter Terminkalender bedeutet nicht gleich ein erfülltes Leben. Was macht für Sie ein erfülltes Leben aus?

Gerzlich Hahah, mein Terminkalender ist jetzt auch voll - zum Glück. Aber viel Arbeit und wenig Schlaf alleine machen noch kein Burnout. Den kriegst du, wenn es hinterher immer heißt: "Es hätte noch schneller erledigt sein können. Es hätte noch besser sein können!" usw. Viel Arbeit und viel Stress, aber dafür auch viel Applaus, also Lob, damit lässt's sich besser leben.

Sie sind zuletzt 2004 in Kaarst aufgetreten - warum die lange Abstinenz?

Gerzlich Gut Ding will Weile haben, in der Ruhe liegt die Kraft, was lange währt, wird endlich gut. Aber Moment: Zuletzt war ich im November 2009 im Albert-Einstein-Forum. Ok, das ist auch schon ein paar Tage her. Wurde echt Zeit, dass ich mal wieder vorbei schaue. Ich freu' mich schon.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE NGZ-REDAKTEURIN SUSANNE NIEMÖHLMANN.

Quelle: NGZ
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