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Grevenbroich
Trampen mit der "Mitfahrbank"

Grevenbroich: Trampen mit der "Mitfahrbank"
Vorbilder für die Mitfahrbank wurden etwa in kleinen Eifel-Dörfern mit geringer Busanbindung aufgestellt. FOTO: dpa
Grevenbroich. Die Stadt will die Mobilität der Grevenbroicher verbessern. Sie denkt zur Ergänzung der herkömmlichen Buslinien über neue ÖPNV-Angebote wie Anruf-Sammeltaxi und Bürgerbus nach. Von Carsten Sommerfeld

Daneben soll aber noch eine ganz andere Idee verwirklicht werden: In Gubisrath wird in Kürze die erste sogenannte Mitfahrbank Grevenbroichs aufgestellt, eine weitere in Busch soll folgen.

Eine Mitfahrbank? Wer sich darunter ein Verkehrsmittel vorstellt, eine Sitzbank auf Rädern quasi, liegt falsch: Die Sitzgelegenheit ist fest installiert. "Wer sich auf die Mitfahrbank setzt, gibt dadurch ein sichtbares Signal, dass er von einem anderen Verkehrsteilnehmer mitgenommen werden möchte", erläutert Bürgermeister Klaus Krützen die neue Version des Trampens - auf der Bank sitzend, statt mit aufgerichtem Daumen am Straßenrand.

Noch sind solche Bänke hierzulande ein ungewohntes Bild. Doch in Eifel-Örtchen stehen sie ebenso bereits wie in Ostwestfalen und in Radevormwald - eben dort, wo kleine Dörfer selten von Linienbussen angefahren werden und zum Beispiel Menschen ohne Auto nicht wissen, wie sie zum Arzttermin oder Einkaufen kommen.

Von der "Provinz" lernen will nun die 64.000-Einwohner-Stadt Grevenbroich, denn auch hier gibt es kleine Orte mit überschaubarer Anbindung ans Busliniennetz. Im Arbeitskreis Nahmobilität informierte die Verwaltung jetzt darüber, "dass der Bürgermeister zur Verbesserung der Anbindung kleinerer Ortsteile an die Innenstadt als erste Maßnahme in den kommenden Wochen in Busch und Gubistrath jeweils eine Mitfahrbank aufstellen lassen" wolle. Gubisrath hat rund 140 Einwohner, Busch etwa 110. Wann und wo genau die Bänke installiert werden sollen, darüber will die Stadtverwaltung noch informieren.

Bei anderenorts aufgestellten Bänken können mit Klapp-Schildern Wunsch-Ziele sichtbar gemacht werden - zum Bahnhof etwa oder in die Fußgängerzone. Eine Mitfahrbank plant auch die Gemeinde Rommerskirchen in Vanikum, dort wurde im Sommer bereits für kurze Zeit eine Bank getestet. "Die Mitfahrbank ist als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr gedacht", erläutert Gemeindesprecher Elmar Gasten. Bleibt die Frage nach der Sicherheit für Fahrer und Mitfahrer. "In den kleinen Orten kennen sich die Menschen untereinander. Es geht darum, dass ein Bewohner, der eine Fahrgelegenheit benötigt, nicht durchs Dorf laufen und fragen muss, mit wem er fahren kann", sagt Gasten.

Quelle: NGZ
 
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