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Grevenbroich
Tutta Forza verabschieden sich für immer

Grevenbroich: Tutta Forza verabschieden sich für immer
Ihr letztes Konzert haben Liza Rayka, Meike Lehmann, Lukas Claaßen und Simon Löns als CD-Mitschnitt für die Ewigkeit produziert. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Vor ausverkauftem Haus gab das Saxofonquartett sein umjubeltes, aber letztes Konzert. Davon wird jetzt eine CD produziert. Von Valeska von Dolega

Das Publikum war begeistert, durfte seiner Begeisterung aber nicht freien Lauf lassen. Denn das Abschlusskonzert, mit dem sich Meike Lehmann, Liza Rayka, Lukas Claaßen und Simon Löns als Tutta Forza nun in der Villa Erckens verabschiedeten, wurde live mitgeschnitten. "Deshalb bitte ich Sie, sich erst zu räuspern, Stühle zu rücken oder zu applaudieren, wenn das rote Licht erlischt", moderierte Dominik Oppel den wunderbaren Klangabend an. Leuchte das Rotlicht, brauchte Tontechniker Georg Bongartz absolute Ruhe, um die Musik professionell mitschneiden zu können.

Ein Mammutprogramm mit professionell dargebotener Kammermusik spielte das inzwischen berühmte Saxofonquartett. Wie von diesem mit in ihrer Altersklasse allen wichtigen Musikpreisen ausgezeichneten Formation gewohnt, liefen die beiden Hälften, in denen "Musik vom Feinsten" geboten wurde, wie sich Zuhörerin Margit Wilke begeisterte, tadellos. "Intensiv, inklusive Sonntagsprobe" seien die Vorbereitungen gelaufen, erzählte Dominik Oppel. Jahrelang hatte der Saxofonist die vier jungen Leute als Lehrer der Musikschule betreut. Jetzt haben drei der vier ihr Abitur absolviert, nur Simon Löns als Jüngster bleibt. "Wir wollen ihm das fachliche Rüstzeug mitgeben" - und zwar als Solist. Denn das "Quartett ist über Jahre gewachsen", lobte Oppel, "da kann man die jetzt frei gewordenen Plätze nicht nahtlos neu besetzen". Allerdings, so verriet er, geht die Quartettarbeit weiter: mit Nachwuchs aus den Schulklassen 7 und 8, also "deutlich jüngeren Leuten und noch namenlos". Erhalten bleibt Lukas Claaßen dem Genre und Instrument: Er hat die Aufnahmeprüfung an der Folkwang Schule in Essen absolviert und wird hier Schulmusik mit dem Hauptfach Saxofon studieren.

Ein letztes Mal begeisterten Tutta Forza in der voll besetzten Villa Erkens. Mit dem von Georg Friedrich Händel komponierten "Entry of the queen of sheba", einem Stück, das entstand, als das Saxofon noch gar nicht erfunden war, eröffneten sie den Abend, setzten mit Operninterpretationen von Puccini und Bizet Glanzlichter und hatten unter anderem einen Piazzolla-Tango sowie die Kurt Weill-Komposition "Moritat von Meckie Messer" im Programm.

Zwei mal 40 Minuten lang präsentierten die jungen Musiker ihr Können, das das Auditorium zu beifallsstürmen hinriss. Natürlich immer erst, nachdem das Rotlicht von Tonmeister Georg Bongartz erloschen war.

Zwischendurch übergab Hydro-Werkleiter Christoph Budde an die Musikschule einen Scheck zur Neuanschaffung eines weiteren Schulsaxofons. "In Zeiten knapper Kassen sind wir froh und dankbar über diese Unterstützung", bedankte sich Musikschulleiterin Ruth Braun-Sauerwein für die Zuwendung ebenso wie für die kontinuierliche Unterstützung des Musikschulfördervereins.

Allem betriebenen Aufwand zum Trotz soll die Aufnahme des Abschlusskonzerts "keine kommerzielle CD" werden. "Da muss man die Kirche im Dorf lassen: Das sind Schüler." Über die Bibliotheken der Musikschule sowie der Stadtbücherei sollen sie zugänglich gemacht werden.

Quelle: NGZ
 
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