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Grevenbroich
Überschwemmte Wege sorgen für Ärger

Grevenbroich: Überschwemmte Wege sorgen für Ärger
Nur wer wie Margrit Lys Gummistiefel trägt, kann den überschwemmten Waldweg in Mühlrath einigermaßen unversehrt passieren. FOTO: Peter Lys
Grevenbroich. Nach Regenfällen steht der Waldweg in Mühlrath unter Wasser - seit Jahren. Obwohl der Mangel bekannt ist, unternimmt die Stadt nichts. Von Valeska von Dolega

Das neue Jahr wollten Margrit und Peter Lys mit einem Spaziergang in ihrem Heimatdorf beginnen. "Von unseren Nachbarn hatten wir schon gehört, dass wir besser feste Schuhe für die Tour anziehen", sagt der 67-Jährige über die Vorsichtsmaßnahme, die dicken Gummistiefel parat zu halten. Allerdings war der Waldweg aus Mühlrath in Richtung Wevelinghoven, den die Eheleute entlang spazieren wollten, so dermaßen überschwemmt, dass die beiden Pensionäre "unser goldenes Schwimmabzeichen machten" - und mehr wateten als gingen.

Nicht zum ersten Mal ist das Areal quasi unpassierbar, weil es unter Wasser steht. Bei Waldarbeiten 2015 ist der Boden "ziemlich zerfahren worden und wurde nur provisorisch geflickt", weiß der Pensionär. Fällt Regen, versickert er nicht im Boden, sondern bleibt in riesigen Wasserlachen entlang der lehmigen Oberfläche liegen.

"Alles ist matschig und glitschig, das ist gefährlich", was nicht nur ihn, sondern ebenso die Nachbarn aus dem 170-Seelen-Flecken, darunter viele Familien und Radfahrer, nervt. "Der Ärger über den schlechten Zustand lässt die Freude an der schönen Umgebung erst gar nicht aufkommen", sagt Peter Lys. Übrigens nicht nur bei Flaneuren: Der Weg ist eine Verbindung aus Mühlrath auf dem Weg zur Kirche in Wevelinghoven.

Um Abhilfe zu schaffen wendete sich Peter Lys mehrfach an die Stadt, zuletzt im Oktober 2017 via Mängelmelder. Standardmäßig kam die Antwort "vielen Dank für Ihre Meldung. Wir werden diese so schnell wie möglich bearbeiten." Nichts geschah. Auf sein telefonische Nachhaken verwies ein städtischer Mitarbeiter Peter Lys erneut an den Mängelmelder. "Leider ist bis heute gar nichts passiert. Ich bin sauer", sagt der Mühlrather.

"Ich kann nicht verstehen, wieso diese Wege so vernachlässigt werden", dokumentiert er anhand einer Reihe von Fotos, die immer dieselbe Situation zeigen: einen vollkommen überschwemmten und deshalb nicht begehbaren Weg. Gäbe es an Straßen Schäden, würden die auch repariert. Antworten wie "keine Zeit, keine Leute, kein Geld" mag er nicht gelten lassen. "Noch bin ich gut im Saft", sagt er über seine Konstitution. "Aber irgendwann will ich auch am Rollator hier lang spazieren können", ebenso wie Eltern ihren Nachwuchs hier im Kinderwagen entlangschieben können sollten. Weil bisher hinsichtlich der notwendigen Reparaturarbeiten nichts passiert ist, hat Lys einen offenen Brief an die Stadt verfasst. Darin bittet er "nochmals eindringlich, diesen katastrophalen Zustand zu beseitigen". Oder wie er im Klartext im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: "Die Stadt muss endlich in die Hufe kommen, den Wirtschaftsweg zu reparieren."

Quelle: NGZ
 
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