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Grevenbroich
Verena Glatter will beste Läuferin werden

Grevenbroich: Verena Glatter will beste Läuferin werden
"Wenn ich Lust habe, renne ich", sagt Verena Glatter über ihr Trainingskonzept fürs Laufen. Das basiert eher auf Spontanität, als dass es einem monotonen Rhythmus folgt. Schließlich muss auch immer genug Zeit fürs Tanzen sein. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Die 26-Jährige nimmt am Wochenende am Down-Sportlerfest in Frankfurt teil. Ihre Paradisziplin ist das Laufen. Mit gesundem Ehrgeiz geht sie in die Wettkämpfe. "Wenn ich starte, will ich auch gewinnen", sagt die Grevenbroicherin. Von Valeska von Dolega

Kurz vorm ersten Startschuss ist sie doch ein bisschen aufgeregt. "Mit dem Kopf bin ich jetzt schon Tag und Nacht dabei", fiebert Verena Glatter dem Wettbewerb am Samstag entgegen. Dann findet das Down-Sportfestival in Frankfurt statt. "Da bin ich gerne dabei", sagt die 26-Jährige.

Übrigens nicht zum ersten Mal, ihre Trophäensammlung spricht Bände. Dazu zählen Siegermedaillen und Urkunden, besonders stolz ist sie auf die T-Shirt-Sammlung. Von jedem Down-Sportlerfestival hat sie eins. "Die trage ich im Sportstudio", denn Sport zählt zu den erklärten Hobbys der Grevenbroicherin. Ihre Paradedisziplin ist Laufen, "da kriegt man viel Wind ab, wenn man draußen ist", aber alles, was mit Tanz zu tun hat, liegt ihr ebenfalls. Disco-Fox und Chachacha beherrscht sie aus dem Effefff, "nur Rumba ist nicht so meins", sagt sie.

Das allerdings könnte sich beim Wettbewerb in Frankfurt ändern. Dort nämlich geht es in den Leichtathletikdisziplinen nicht nur um das sprichwörtliche höher, schneller und weiter. "Das Festival möchte Gesundheit und Selbstvertrauen von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom stärken", wie es seitens des Veranstalters heißt. Deshalb gibt es bei der 15. Ausgabe des Sportereignisses auch Workshops. Therapeutisches Reiten ist ein Angebot, Standardtänze ein anderes. Beides hat Verena belegt. "Ich experimentiere gerne", sagt sie. An Judo hat sie sich bereits herangewagt, sie spielte Feldhockey und geht regelmäßig im Zillertal auf die Piste. Denn Ski läuft sie ebenfalls. Und auch, wenn Zumba eine ebensoschweißtreibende wie anstrengende Geschichte ist, macht ihr auch das "viel Spaß".

Gesunden Ehrgeiz hat die junge Frau, die in einer Heißmangel beschäftigt ist und in Sachen Wäschepflegetipps gute Ratschläge parat hat ("bedruckte T-Shirt immer auf links waschen und nie in den Trockner geben"), ebenfalls. "Wenn man bei so einem Sportfest mitmacht, möchte ich auch Erste werden." Anders als andere Teilnehmer hat sie dann auf der Zielgeraden auch keine Zeit, Kusshändchen ins Publikum zu werfen oder ihrer Mutter Andrea Marx zuzuwinken. "Andere drehen sich um und winken ihren Eltern", schüttelt Verena über derlei für den Wettkampf vergeudete Sekunden den Kopf.

In Deutschland leben etwa 50.000 Menschen mit Trisomie 21. So heißt die Genommutation, bei der das 21. Chromosom ganz oder in Teilen dreifach vorliegt, auch als Down-Syndrom bezeichnet. "Das ist keine Krankheit, und Verena leidet auch an nichts. Das Down-Syndrom ist eine Besonderheit", sagt ihre Mutter. Den Sporttag in Frankfurt erleben Tochter und Mutter wie ein Familientreffen, wie beide über das Wiedersehen mit alten Bekannten sagen. Noch mehr als über das Wiedersehen mit Freunden würde sich Verena über einen Neukontakt freuen: Nachdem sie bereits Kai Pflaume kennen lernte ("der ist cool"), würde sie gerne mal mit Peyman Amin über den Catwalk laufen. Der ist mit anderen Promis wie dem vormaligen Nationaltorhüter Timo Hildebrand als so etwas wie ein Pate einer der berühmten Gäste der Veranstaltung in der Mainmetropole.

Quelle: NGZ
 
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