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Grevenbroich
Verletzter Schwan kehrt wohl nicht zurück

Die traurige Geschichte der schwulen Schwäne aus Grevenbroich
Die traurige Geschichte der schwulen Schwäne aus Grevenbroich FOTO: Kerstin Pawlikowski
Grevenbroich. Das in einer Auffangstation untergebrachte Tier kann in freier Wildbahn nicht mehr überleben.

Für das unglücklich verliebte Schwanenpaar aus dem Finlay-Park wird es aller Voraussicht nach kein gemeinsames Happy End geben - jedenfalls nicht in Grevenbroich. Weil das schwer verletzte und mittlerweile teilamputierte Männchen, das nach wie vor in der Hattinger Wildvogelauffangstation "Paasmühle" untergebracht ist, nie wieder in der Lage sein wird, sich in der freien Wildbahn gegen Widersacher durchzusetzen, kann es nicht in sein angestammtes Revier - und damit zu seinem Partner - zurückkehren. Das teilte Thorsten Kestner von der "Paasmühle" unserer Redaktion jetzt auf Anfrage mit.

Dem Vogel gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt der Tierschützer. Zwar habe er auf einer Seite nur noch einen halben Flügel und könne nicht mehr fliegen. Da Schwäne aber ohnehin schlechte Flieger seien und das Schwimmen und Laufen noch funktioniere, bestehe aus seiner Sicht kein Grund zur Einschläferung. "Hätten wir es hier mit einem Adler zu tun, würde ich anders entscheiden", sagt Kestner. "Dieser Schwan aber kann noch ein gutes Leben haben. Möglicherweise wird er sich in der Paarungszeit mit einem anderen gehandicapten Tier zusammentun. Dann könnte man beide an einem geschützen, beaufsichtigten Gewässer unterbringen." Ansonsten bleibe der Vogel eben in der "Paasmühle".

Schwan Fridolin sorgt für Aufsehen in Grevenbroich FOTO: Peter Böttner

Kestner, der 2014 mit dem Deutschen Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde, pflegt und kuriert seit mehr als 30 Jahren verletzte Vögel - und zwar komplett ehrenamtlich. Weil sich der Schwan aus Grevenbroich schwer verletzt hatte, hatten ihn Tierschützer der Umweltstation "Schneckenhaus" im März in die Wildtierstation gebracht. Dort bekam das Tier Medikamente, wurde ruhiggestellt und schließlich Anfang April operiert. Sein Partner blieb im Finlay-Park zurück.

Dass der verletzte Schwan nach der Operation nicht mehr würde fliegen könne, hatte Thorsten Kestner bereits vorausgesagt. "Aber eigentlich", betont der Hattinger, "ist das für ihn sogar sicherer."

FOTO: T. Kestner
(juha)
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