| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Vier Geschäfte an der Kölner Straße geben auf

Grevenbroich: Vier Geschäfte an der Kölner Straße geben auf
Die Kölner Straße im weihnachtlichen Glanz. Entlang der Einkaufsmeile werden in absehbarer Zeit vier Geschäfte ihre Türen schließen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Zwischen Montanushof und Markt bricht eine Achse mit vier Geschäften weg. Nachfolger sind bislang offenbar nicht gefunden. Von Andreas Buchbauer

Auf die Wirtschaftsförderung sowie das neue Innenstadtmanagement kommen schwierige Aufgaben zu. Zwischen Montanushof und Marktplatz bricht in den kommenden Wochen eine Achse an Geschäften weg. Den Anfang machte am vergangenen Samstag "Blumen Risse". Das Unternehmen mit Hauptsitz in Schwerte hat seine Filiale in der Grevenbroicher City dicht gemacht. Eine Unternehmenssprecherin von "Blumen Risse" bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es sich um eine Schließung handelt. "Ein Umzug in Grevenbroich ist nicht angedacht."

"Blumen Risse" leitet damit den Reigen mehrerer Schließungen an der Kölner Straße ein. Zum Jahresende wird "Garten und Zoo Schläger" folgen. Inhaber Paul Schläger macht aus Altersgründen Schluss, eine Nachfolgenutzung sei noch nicht in Sicht. Zudem wird die Strauss-Filiale in der Coens-Galerie nach Informationen unserer Redaktion zum 31. Januar geschlossen, Ende Februar verlässt auch Tchibo die Grevenbroicher City - aus wirtschaftlichen Gründen. Damit entstehen an der Kölner Straße vier Leerstände, die mit Leben und vor allem Angeboten mit Zugkraft gefüllt werden müssen.

Stadtsprecherin Ines Hammelstein erklärt, dass Gespräche über Nachfolgeregelungen laufen. "Unter anderem wird Bürgermeister Klaus Krützen sich mit der neuen Centerleitung der Coens-Galerie treffen." Dabei soll erörtert werden, wie es in dem Einkaufscenter auf der bislang von Strauss genutzten Fläche weitergehen soll. In der Vergangenheit hatte es in der Stadt immer wieder Hoffnung gegeben, dort ein Angebot für junge Mode - wie es zum Beispiel H&M bietet - anzusiedeln.

Doch die Stadt muss nicht nur auf gute Lösungen für die bald an der Kölner Straße leerstehenden Geschäfte hoffen. Sie muss sich auch Kritik stellen. Das Vorgehen, einer Nachfolgeregelung für den täglichen Marktstand von Christian Fischermann einen Riegel vorzuschieben, führt zu Widerstand und Kopfschütteln in der Politik. So findet zum Beispiel Rolf Göckmann, Fraktionsvorsitzender der "Aktiven Bürger Grevenbroich" (ABG), deutliche Worte. "Jetzt gibt es in unserer Stadt schon so etwas wie einen kleinen Magneten, der Besucher in die Innenstadt locken kann, da werden auch diesem wieder Steine in den Weg gelegt", betont er. "Die Entscheidung der Verwaltung ist nicht nachvollziehbar."

Für den Markstand, den Christian Fischermann Ende November aufgegeben hat, hätte es eine Nachfolge gegeben. Inge Caputo aus Gustorf, die zuletzt als Verkäuferin an dem Stand arbeitete, hätte ihn gerne übernommen - und auch ihre Kolleginnen weiter beschäftigt. Die Stadt hatte die Ausnahmegenehmigung für das tägliche Angebot an dem Marktstand jedoch nicht verlängert - unter anderem mit der Begründung, es gebe in der Innenstadt ein ausreichendes Frischeangebot an Obst und Gemüse. "Hier wird mal wieder unter dem Deckmantel des Einzelhandelsstandortkonzeptes etwas Sinnvolles verhindert - statt gemeinsam nach Wegen zu suchen, den Stand zu halten", meint Rolf Göckmann.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Vier Geschäfte an der Kölner Straße geben auf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.