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Grevenbroich
Vier-Punkte-Plan: So startet Krützen ins Amt

Grevenbroich: Vier-Punkte-Plan: So startet Krützen ins Amt
Bei der Feier im "Haus Portz" gratulierten viele zum Sieg. Parteichef Daniel Rinkert und Fraktionsvorsitzender drückten ihre Freude mit einem "Selfie" aus.
Grevenbroich. Der neue Bürgermeister will das Feuerschutz-Ressort an sich ziehen. "Dort ist zu viel Vertrauensverlust entstanden", sagt Klaus Krützen. Von Wiljo Piel

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gratulierte per Voicemail, Wirtschaftsminister Garrelt Duin sprach ihm persönlich seine Glückwünsche via Smartphone aus: Nachdem das Wahlergebnis feststand, war für Klaus Krützen (SPD) der Sonntag noch lange nicht zu Ende. Bis tief in die Nacht feierte er mit rund 90 Freunden den Sieg in der Gaststätte "Haus Portz". Es floss reichlich Sekt, Bier und Sambuca, der Lieblingsschnaps des künftigen Grevenbroicher Bürgermeisters.

Dass er am Ende mit 10,4 Prozentpunkten vor Ursula Kwasny (CDU) liegen würde, damit hatte Krützen nicht gerechnet: "Wir haben alle daran geglaubt, dass es zu schaffen ist. Doch dass der Abstand so fulminant ausfallen würde, war eine Überraschung", sagt der 46-Jährige. Das Ergebnis wertet er als "Riesenauftrag", er wolle "mit Respekt" an seine neuen Aufgaben herantreten.

Bei der Feier im "Haus Portz" gratulierten viele zum Sieg. Parteichef Daniel Rinkert und Fraktionsvorsitzender drückten ihre Freude mit einem "Selfie" aus.

Für seinen Dienstantritt am 20. Oktober hat sich der neue Bürgermeister vor allem eines vorgenommen: Er will den Bereich Feuerschutz aus der Zuständigkeit der im nächsten Jahr ausscheidenden Beigeordneten Barbara Kamp holen. "In diesem Ressort ist in den vergangenen Jahren viel Vertrauensverlust entstanden, das will ich ändern", betont Krützen. Zudem möchte er möglichst schnell den freigewordenen Posten des Technischen Beigeordneten wieder besetzen: "Da muss es jetzt zu einer Ausschreibung kommen."

Klaus Krützen hat sich zudem für seinen Amtsantritt einen Vier-Punkte-Plan vorgenommen, den er zeitnah umsetzen möchte. Er will die bis zur Wahl auf Eis gelegte Rekommunalisierung der Wirtschaftsbetriebe vorantreiben, Stadtteilkonferenzen einberufen und die Wirtschaftsförderung um einen Fachmann aus dem Planungs-Ressort ergänzen, um sie breiter aufzustellen. Und: Der 46-Jährige möchte im Rathaus einen Bereich für Bürger- und Ratsangelegenheiten schaffen, um die Stadtverwaltung transparenter zu gestalten. "Jeder, der eine Anfrage stellt, muss eine zeitnahe Rückmeldung erhalten", sagt er.

Die SPD aus Roki postete auf Facebook den "roter" werdenden Rhein-Kreis.

Gratulationen gab es für Krützen nicht nur aus Düsseldorf, sondern auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Auf ihrer Facebook-Seite jubilierte etwa die SPD Rommerskirchen mit einer Grafik des "roter" gewordenen Rhein-Kreises. In Kürze werden vier von acht Bürgermeistern Sozialdemokraten sein. Zu den Hauptverwaltungsbeamten in den Nachbarstädten will Klaus Krützen künftig einen engen Kontakt pflegen, auch um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. "Das soll aber auf keinem Fall eine reine SPD-Nummer werden", meint der Neukirchener.

Bei den Neuwahlen am 21. November will sich Krützen nicht mehr für das Amt des SPD-Kreisvorsitzenden aufstellen lassen, er wolle sich "voll und ganz auf den Bürgermeister" konzentrieren". Mit der Nachfolge Krützens und seines Stellvertreters Reiner Breuer (Neuss) wird sich der Kreisvorstand heute Abend beschäftigen. Über Namen wird bereits hinter vorgehaltener Hand gesprochen: Es wird nicht ausgeschlossen, dass Daniel Rinkert (Grevenbroich) oder Andreas Behncke (Dormagen) ihre Hüte in den Ring werfen werden.

Geschafft - , Klaus Krützen zeigt die "Eisenfaust". Der 46-Jährige entschied die Bürgermeisterwahl in Grevenbroich für sich. FOTO: A. Tinter/SPD/Screenshot

Die CDU hat gestern das Wahlergebnis analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass sie keine Federn hat lassen müssen: "Das Ergebnis hat zwei Seiten: Zum einen die Niederlage der Bürgermeisterin, zum anderen der hohe Sieg bei der Landratswahl. Letzterer hat gezeigt, dass es in Grevenbroich jenseits der SPD eine Mehrheit von über 60 Prozent gibt", so Parteichef Norbert Gand. Dass Ursula Kwasny verloren hat, schreibt er einem Trend zu, der mehrfach in NRW zu beobachten sei: "Die Bürger neigen eher dazu, relativ jüngere den älteren und etablierten Kandidaten vorzuziehen", meint Gand.

Zusammenstehen und nach vorne schauen, das ist der Appell, den der Vorsitzende jetzt an seine Partei richtet. "Wir machen uns fit für die tägliche Arbeit und die Landtagswahlen 2017 - ich bin positiv gestimmt, dass wir diese erfolgreich abschließen werden."

Quelle: NGZ
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