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Grevenbroich
Vom Mut, den eigenen Weg zu gehen

Grevenbroich: Vom Mut, den eigenen Weg zu gehen
Legt jetzt mit "Ente zu verschenken" ihr zweites Buch vor, das Ende kommender Woche erscheint: Schwester Jordana Schmidt aus Grevenbroich. FOTO: Baum
Grevenbroich. In ihrem neuen Buch, das Ende der nächsten Woche erscheint, schildert Schwester Jordana Schmidt aus Grevenbroich ihre Berufungsgeschichte. Dass auch ihr Lebensweg nicht absolut geradlinig verlief, soll anderen Mut machen. Von Susanne Niemöhlmann

Warum entscheidet sich eine fröhliche, lebensbejahende junge Frau von Anfang 20, ins Kloster zu gehen? Auf Partnerschaft, eigene Kinder, Besitz und ganz alltägliche Freuden und Zerstreuungen zu verzichten? Schwester Jordana Schmidt, aus Grevenbroich stammende fernsehbekannte Ordensfrau, gibt darauf eine Antwort - ihre Antwort - in ihrem zweiten Buch. Das erscheint Ende der kommenden Woche im Rowohlt-Verlag. "Ente zu verschenken" lautet der vielsagende Titel, denn gleich zu Beginn schildert die 46-Jährige, wie sie tatsächlich all ihren Besitz weggab. Inklusive ihres heißgeliebten 2 CV, mit dem sie einer Freundin etwas Gutes tun wollte - und der dann kurze Zeit später den Geist aufgab. "Das Auto hat dann sozusagen mit mir zusammen der Welt entsagt", scherzt sie.

Schwester Jordana erzählt ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Berufung. Und sie tut das so locker und unterhaltsam wie auch ihre Auftritte in der ARD-Sendung "Das Wort zum Sonntag" waren, mit der sie deutschlandweit bekannt wurde. Zusammen mit Iris Rohmann, die auch schon beim Erstlingswerk "Auf einen Tee in der Wüste" ihre Co-Autorin war, beschreibt Jordana Schmidt ihren Lebensweg bis zur ewigen Profess vor zwölf Jahren, mit der sie sich endgültig an den Dominikanerorden band. Dieser Weg war auch bei ihr mit Umwegen verbunden, hatte sich die gelernte Kinderkrankenschwester und Heilpädagogin doch zunächst einer anderen Ordensgemeinschaft zugewandt. "Ich möchte Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen. Der muss nicht geradlinig sein. Jeder geht mal in die Irre oder tut etwas, wofür er sich schämt", sagte sie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, "wichtig ist, das Vertrauen ins Leben zu behalten und seine eigene Berufung zu finden - ob nun in einer Partnerschaft, im Beruf oder eben im Kloster."

Dass ihre persönliche Entscheidung, so überraschend sie für ihre Familie und Freunde damals auch gewesen sein mag, viel mit ihrer katholischen Sozialisation in Elsen zu tun hat, bestätigt sie. "Der sonntägliche Kirchgang in St. Stephanus, Kinderchor, Bücherei und Teestube, KjG-Ferienfahrten und später Gruppenleitung - das möchte ich nicht missen. In diesem sozialen Umfeld habe ich schöne Dinge erlebt, die ich Kindern heute auch gönnen würde", bekräftigt Schwester Jordana, die seit 2012 als Kinderdorfmutter tätig ist.

Allzu private Einblicke in ihr Leben dürfen neugierige Leser aber nicht erwarten. "Über meine Eltern und Geschwister werde ich nicht viel erzählen, diese Geschichte gehört allein meiner Familie und mir", stellt sie klar, "auch habe ich die meisten Namen verändert, Situationen ausgelassen und manche Personen oder Orte bewusst nur schemenhaft beschrieben."

Das Interesse am Buch ist groß. Viele Stationen der Lesereise stehen fest. Grevenbroich ist noch nicht darunter. "Wenn ich eingeladen werde, komme ich natürlich gern", verspricht Schwester Jordana.

Quelle: NGZ
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