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Grevenbroich
VRR-Sozialticket: Linke kritisiert Preiserhöhung

Grevenbroich. Was die Grevenbroicher das Bus- und Bahnfahren kostet, bestimmt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), und der hebt zu Beginn eines neuen Jahres regelmäßig die Preise an. Durchschnittlich sind diese in den im VRR organisierten Kommunen von 2015 auf 2016 um 2,6 Prozent gestiegen. Das gilt vor allem für Monatstickets und Abos, etwa für Senioren und Schüler. Aber auch das Sozialticket für Menschen mit geringem Einkommen - darunter fallen zum Beispiel Sozialhilfeempfänger und Flüchtlinge - wird teurer. Der Verwaltungsrat im VRR hat eine Anpassung des Sozialticket-Angebots "Mein Ticket" um 2,80 Euro pro Monat zum 1. April beschlossen. Das kritisieren jetzt die Grevenbroicher Linken.

"Für Personen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, ist das wie ein Schlag ins Gesicht", sagt die stellvertretende Sprecherin Anne Rappard. "Einem Arbeitslosengeld-II-Leistungsempfänger stehen laut Regelsatztabelle 2016 25,45 Euro für Verkehr zur Verfügung. Der vorherige Preis des Sozialtickets von 30,90 Euro überstieg schon diesen Betrag, seit Januar kostet es 31,95 und ab April wird der Preis noch einmal auf 34,75 Euro erhöht." Das, sagt Anne Rappard, sei nicht mehr zu verantworten.

Der VRR begründet die Preiserhöhung mit einer sich abzeichnenden Finanzierungslücke. Grund dafür, heißt es, sei eine erhöhte Nachfrage nach dem Sozialticket. Eine Quersubventionierung durch andere Kundengruppen sei in der Vergangenheit politisch ausgeschlossen worden. Nur wegen der in Aussicht gestellten Erhöhung der Landesförderung von 30 auf 40 Millionen Euro könne die Preisanpassung so moderat ausfallen. Das Sozialticket, sagt der VRR, sei aber nach wie vor mehr als 50 Prozent günstiger als vergleichbare Angebote.

Anne Rappard geht das nicht weit genug. "Durch die Preiserhöhung werden einkommensschwache Menschen immer mehr aus der Gesellschaft ausgeschlossen", sagt sie. "Anstatt den ÖPNV weiter auszubauen, um damit neue Kunden zu gewinnen, hält der VRR die Menschen von der Nutzung von Bus und Bahn ab. Manche Stadtteile Grevenbroichs sind nach 21 Uhr mit Bus und Bahn nicht mehr zu erreichen."

Das Sozialticket gilt im Rhein-Kreis Neuss in allen kreisangehörigen Städten.

(juha)
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