| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Waldkita ist bereits vor dem Start belegt

Grevenbroich: Waldkita ist bereits vor dem Start belegt
Hier wird kräftig angepackt: Das Teams des neuen Waldkindergartens richtet mit Helfern das Areal in Langwaden und die Bauwagen her. Ein paar Kinder schauen auch schon neugierig zu. FOTO: L. berns
Grevenbroich. In neun Tagen startet Grevenbroichs erster Waldkindergarten. Zurzeit richtet das Team zwei Bauwagen her. Noch ist viel auf der Wiese am Kloster Langwaden zu tun. Am 3. August öffnet die Einrichtung. Sie soll nach und nach wachsen. Von Daniela Buschkamp

Für Grevenbroichs ersten Waldkindergarten läuft der Countdown: In neun Tagen nimmt die Einrichtung, die aus einer Elterninitiative entstanden ist, ihre Arbeit auf. Bereits jetzt steht fest: Es gibt dort kaum noch Betreuungsplätze für weiteren Nachwuchs. "Wir haben zurzeit elf Kinder unter Vertrag", erläutert Birgit Pydde vom Trägerverein. Diese sind zwischen zwei und drei Jahre alt - und werden frühestens in drei Jahren zur Schule wechseln. "Zugleich müssen wir aber jedes Jahr bis zu vier Kinder unter drei Jahren aufnehmen können", sagt Pydde. Dies sieht der Kindergartenbedarfsplan der Stadt Grevenbroich vor. Und damit seien die Kapazitäten knapp.

Für das Kita-Jahr, das am 3. August beginnt, stellt die Stadtverwaltung 1636 Ü3-Plätze in Einrichtungen zur Verfügung, 43 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der U3-Plätze steigt dagegen nur um fünf auf 355. Zudem werden acht Prozent der Grevenbroicher Kinder bei Tagespflegeeltern betreut. Eine Klage wegen des Rechtsanspruchs auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz hat es in Grevenbroich laut Paul Janus, Fachdienstleiter für Kitas, "noch nicht gegeben".

Im Februar 2014 gründeten Eltern den Verein "Elterninitiative Waldkindergarten". Er ist als Träger der Freien Jugendhilfe anerkannt und arbeitet unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Der Vorteil für die Haushaltssicherungskommune Grevenbroich: Die Kita-Plätze in dieser neuen Einrichtung sind für sie billiger als in einer städtischen Einrichtung. Denn die Stadt gewährt lediglich einen jährlichen Betriebskostenzuschuss.

Für das Waldkindergarten-Team ist bis zum Start noch viel zu tun. Jeden Tag gibt es Termine, immer noch sind Formulare auszufüllen. Zurzeit richtet es die Wiese am Kloster Langwaden und die weiteren Einrichtungen her. Dazu gehören etwa zwei Bauwagen. "Wir haben einen Bauwagen vom Gas- und Wasserwerk erhalten, den wir in Eigenregie umgestaltet haben" sagt Birgit Pydde. Ein weiterer Bauwagen (Kostenpunkt rund 38 000 Euro) sei speziell nach ihren Wünschen gebaut und geliefert worden. Beide Wagen stellen die "Stützpunkte" der Einrichtung dar, die ohne ein festes Gebäude auskommt. Hauptsächlich sollen sich die Kinder mit ihren drei Erziehern draußen aufhalten. Lediglich in Ausnahmen sollen sie sich in den Wagen aufhalten, die auch als Treffpunkte und Materiallager dienen. Von dort aus ziehen die Kleinen mit Rucksack, Frühstück und Bollerwagen in den Wald.

Zurzeit seien noch weitere administrative Dinge zu erledigen und, so Birgit Pydde, "noch tausende Dinge anzuschaffen". Gerade hat sie Geld ausgegeben für Handy und Laptop. Dabei bereitet ihr die Finanzierung für die Ausstattung - gebraucht werden 60 000 Euro - noch Sorge: "Wir freuen uns über jede Spende." Allerdings ist sie optimistisch: "Der laufende Betrieb ist gesichert." Jetzt gehe es ausschließlich um die Ausstattung des Standorts. "Wir haben bisher schon zahlreiche Unterstützer gefunden", sagt Pydde. Noch bis Mitte des Monats läuft etwa in den Grevenbroicher dm-Filialen eine Spendenaktion für den neuen Waldkindergarten.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Waldkita ist bereits vor dem Start belegt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.