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Grevenbroich
Wehr defekt: Schwäne auf dem Trockenen

Grevenbroich: Wehr defekt: Schwäne auf dem Trockenen
FOTO: Staniek
Grevenbroich. Wasserstand im Wevelinghovener Vitusgraben extrem gesunken. Erftverband errichtet Provisorium. Von Wiljo Piel

Anlieger hatten sich über den extrem niedrigen Wasserstand des Vitusgrabens in Wevelinghoven gewundert und die Feuerwehr alarmiert - auch weil schon einige Fische auf dem Trockenen lagen. Die Einsatzkräfte waren zwar vor Ort, rückten aber kurze Zeit später wieder ab. Mit ihren Schläuchen waren die Helfer nun wirklich nicht in der Lage, den Graben wieder aufzufüllen.

Grund für das Niedrigwasser war ein Defekt an der Wehranlage 7; dort war am Montag eine Steuerkette gerissen. "Dadurch sank eine normalerweise im Gewässer liegende Wehrklappe bis auf den Boden, so dass das gestaute Wasser größtenteils ablaufen konnte", sagt Luise Bollig vom Erftverband. Die Bergheimer Experten haben mittlerweile ein Stau-Provisorium errichtet, doch vollständig repariert ist das Wehr damit noch lange nicht. "Wir haben eine neue Steuerkette bestellt. Bis die geliefert und eingebaut ist, werden sechs bis acht Wochen vergehen", sagt Bollig.

Nachdem eine Steuerkette an der Wehranlage 7 riss, führte der Vitusgraben extremes Niedrigwasser. Die Schwäne saßen teilweise auf dem Trockenen. Bis eine neue Kette eingebaut wird, wurde ein Provisorium errichtet. FOTO: D. Staniek

Die Wehranlage 7 staut die Erft, damit die Drees-Mühle per Turbine Strom aus Wasserkraft produzieren kann. Der Betreiber der Mühle hatte den Erftverband verständigt, "so konnten wir relativ rasch reagieren und für ein Provisorium sorgen", berichtet Luise Bollig. Zurzeit lässt sich die Wehranlage noch nicht regeln, doch das soll bis Ende dieser Woche nachgeholt werden.

Vor vier Jahren, im August 2012, hatte sich ein ähnlicher Fall ebenfalls in Wevelinghoven zugetragen. Nach einer elektrischen Störung war eine der beiden Wehrklappen an der Kottmanns-Mühle heruntergefahren. Der Wasserstand vor dem Wehr sank damals von 2,40 auf 1,20 Meter. Um wie viele Meter am Montag das Wasser im Vitusgraben gesunken ist, konnte Luise Bollig gestern nicht sagen.

Der teilweise trocken gelaufene Kanal weckte bei manchen Wevelinghovenern sicherlich die Erinnerung an Pläne, die 2006 erstmals vom Erftverband vorgestellt wurden. Danach soll der Vitusgraben zugunsten einer Grünanlage aufgegeben werden, sobald in den nächsten Jahrzehnten keine Sümpfungswässer aus dem Braunkohletagebau mehr in die Erft eingeleitet werden. Obwohl darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen worden ist, hat diese Überlegung bereits für reichlich Proteste aus der Gartenstadt gesorgt.

Quelle: NGZ
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