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Grevenbroich
Werke mit fotografierten und getrockneten Blumen

Grevenbroich: Werke mit fotografierten und getrockneten Blumen
Anna Neumann stellt zurzeit in der Galerie Dielämmer aus. FOTO: Lber
Grevenbroich. Es ist eine ganz besondere Ausstellung, die gestern in der Galerie Dielämmer eröffnet wurde. Das liegt am kritischen Gesundheitszustand der Künstlerin Anna Neumann, auf den ihr Mann Uwe Dressler in seiner Rede zuerst einging. Von Rudolf Barnholt

Etliche Arbeiten sind im Neusser Augustinus-Hospiz entstanden, wo Anna Neumann, die an einem Hirntumor leidet, betreut wird. "Sag" mir, wo die Blumen sind", heißt die Ausstellung mit Blumenfotos und Bildern mit getrockneten Blumen. Es ist ein nachdenklicher Titel, der den Umständen gerecht wird. Anna Neumann liebt Blumen - sie hat wohl das, was man einen "grünen Daumen" nennt. Und bereits als sie noch völlig gesund war, hat ihr die spezielle Ästhetik gefallen von Blumen, die zum Teil schon verblüht sind.

Diese Vorliebe ist bei vielen Fotos ablesbar - und von den Bildern mit den getrockneten Blumenblättern sowieso. Der Prozess des Zerfalls bringt ganz neue Farben und Strukturen zum Vorschein, die Anna Neumann immer gereizt haben. Rosen, Tulpen und Pfingstrosen sind ihre Lieblingsblumen.

Die Frau, die immer gerne traumhaft schöne Gestecke gefertigt hat, zeigt Blumenbilder, auf denen der Charme des Morbiden eher eine Nebenrolle einnimmt: Vor weißem Hintergrund entfalten die Blumen eine Schönheit, die nicht nur ausgesprochenen Pflanzenliebhabern das Herz öffnet. Es sind bizarre Wunderwelten der Natur, die es allemal wert sind, auf Fotos festgehalten zu werden.

Es sind Fotos, die 2008 bis 2015 aufgenommen wurden. Sie strahlen Heiterkeit aus - eine Heiterkeit, die der Künstlerin auch die Krankheit nicht hat nehmen können. Anna Neumann musste Pinsel und Fotoapparat aus der Hand legen und schuf statt dessen eine enorme Sammlung von selbst getrockneten Blumen. Karin Kobelt vom ehrenamtlichen Hospizdienst hat ihr geholfen, die jetzt gezeigten Blumen-Objektkästen fertig zu stellen. Die beiden großen Objektrahmen enthalten jeweils mehr als 200 Rosen. Was die Künstlerin reizt ist zu sehen, wie sich die getrockneten Blumen verändern werden.

Die Ausstellung in der Galerie Dielämmer an der Alten Bergheimer Straße 7 ist bis zum 8. April freitags von 18 bis 20 Uhr, sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: NGZ
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