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Grevenbroich
Wevelinghovener spendet Stammzellen

Grevenbroich: Wevelinghovener spendet Stammzellen
Mit dem T-Shirt seines Jägerzuges "Gröne Jonge" fand sich Matthias Kremer aus Wevelinghoven zur Stammzellen-Spende in Düsseldorf ein. FOTO: ON
Grevenbroich. Matthias Kremer könnte einem Krebskranken das Leben retten. Der 30-Jährige spendete in dieser Woche Stammzellen in der Uni-Klinik. Von Wiljo Piel

Gut 200 000 Menschen sind bei der Knochenmarkspenderzentrale (KMSZ) in Düsseldorf registriert. Sie stellen sich in den Dienst der guten Sache und warten darauf, eines Tages zu einer Stammzellenspende aufgerufen zu werden. Matthias Kremer ist einer von ihnen. Der 30 Jahre alte Wevelinghovener wurde jetzt in die Universitäts-Klinik zur Blutstammzelltransplantation gebeten. Kremer zögerte nicht lange: "Vielleicht kann ich damit ja einem anderen das Leben retten", sagt er.

Bundesweit erkranken jährlich etwa 8000 Menschen an Leukämie. Oftmals sind es Kinder, die von dieser bösartigen Blutkrebserkrankung betroffen sind. Einigen kann mit Hilfe von Medikamenten geheilt werden, häufig kann nur die Übertragung gesunder Blutstammzellen helfen. Diese Transplantation ist dann für viele Kinder und Erwachsene die einzige Hoffnung auf Heilung. Allerdings lässt sich nur für jeden zweiten bis dritten Patienten rechtzeitig ein passender Stammzellenspender finden.

Matthias Kremer wurde Ende Juni per Email von der KMSZ informiert, dass er möglicherweise als Lebensretter für einen Krebskranken in Frage kommen könnte. Der 30-Jährige, der als Disponent bei einer Spedition arbeitet, zögerte keine Minute lang: "Klar, dass ich da helfen wollte - dafür habe ich mich schließlich bei der KMSZ registrieren lassen", sagt er.

Fünf Tage vor seinem Termin in der Düsseldorfer Uni-Klinik wurde dem Wevelinghovener täglich ein Medikament injiziert, das die Konzentration blutbildender Zellen im Kreislauf anregt. Der darauf folgenden Transplantation sah Matthias Kremer zwar mit ein wenig Nervosität entgegen, doch die sei letztlich völlig unbegründet gewesen, meint er: "Nach zwei Stunden und 40 Minuten war die Spende vorüber - sie war weder unangenehm noch hat sie weh getan." Sein Blut wurde aus einer Armvene entnommen und in einem Zellseparator aufgetrennt. Ein Teil der Stammzellen wurde abgefiltert, alle übrigen Blutbestandteile flossen über eine andere Armvene zurück. "Das Verfahren gleicht einer Dialyse", sagt Kremer.

Wem er mit seiner Spende helfen könnte, weiß er nicht. "Das wird generell geheim gehalten. Erst nach zwei Jahren besteht die Möglichkeit, dass sich Spender und Patient kennenlernen - wenn beide damit einverstanden sind", schildert der 30-Jährige. Er selbst sei an einem Kontakt interessiert: "Um zu wissen, ob ich helfen konnte."

Matthias Kremer ist im Vereinsleben seiner Heimatstadt fest verwurzelt: Er marschiert in den Reihen des Jägerzuges "Gröne Jonge" - dessen T-Shirt er bei der Transplantation trug - und ist im Vorstand des BV Wevelinghoven aktiv. Zudem gehört er zum Stamm der Blutspender, die sich regelmäßig beim Roten Kreuz in Wevelinghoven einfinden. "Auch damit können Menschenleben gerettet werden", sagt Matthias Kremer. Die nächste Gelegenheit zum Blutspenden gibt es schon morgen: Von 8.30 bis 13 Uhr können Freiwillige ihren Lebenssaft in der Diedrich-Uhlhorn-Realschule am Heyerweg 12 zur Verfügung stellen.

Quelle: NGZ
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