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Grevenbroich
Wie der Nachwuchs den Golfsport entdeckt

Grevenbroich. Der Golfclub Erftaue setzt auf eine breite Jugendförderung. Kinder und Jugendliche sind mit Spaß dabei - auch dank Trainer Matthias Stenchly. Von Stefan Reinelt

Es ist nicht Weltstar Tiger Woods. Es ist auch nicht Deutschlands aktuelle Nummer eins Martin Kaymer, dem der jüngste Nachwuchs im Golfclub Erftaue nacheifert. Ihr Vorbild ist der eigene Trainer Matthias Stenchly. Zwar fühlt er sich geschmeichelt vom Ansehen durch seine Schützlinge. Aber er der Golflehrer ist auch überzeugt, dass es für den hiesigen Golfnachwuchs zurzeit keine "wahren Idole" gibt. "Das müsste schon ein richtig schräger Typ sein", meint er. Aber den stellt auch Stenchly dar. Mit ruhiger Stimme führt er durch die Übungsstunden - und vermittelt den jungen Nachwuchsgolfern seine Begeisterung für den Sport, dessen Wiege der Überlieferung zufolge in Schottland liegt.

Der hinter Frimmersdorf an der Stadtgrenze gelegene Golfclub Erftaue bemüht sich um eine breite Jugendförderung. Zurzeit besuchen rund 40 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahre die wöchentliche Trainingsstunde, die in verschiedene Altersklassen unterteilt stattfindet. Immer am Freitagnachmittag treffen sich die Jüngsten auf der Anlage. Dort gehört ihnen ein eigenes Grün mit sechs Löchern. Auf dem Parcours wird mit dem Putter vor allem am Spielgefühl gearbeitet.

Die Ausrüstung stellt der Club. Damit beim sich immer wiederholenden Einlochen keine Langeweile aufkommt, baut der Golflehrer einige Besonderheiten in die Übungen mit ein. An einer Station liegt ein Putter mit einer goldenen Kugel statt einer Schlagfläche parat. "Damit wird die Mittigkeit des Treffens geübt", erklärt er. An anderer Stelle besteht die Herausforderung aus einem Golfball mit zwei abgeflachten Seiten. "Der Ball läuft nur auf einer Rille, darum muss man ihn ganz korrekt treffen, damit er überhaupt rollt", so der Übungsleiter. Bei einer Aufgabe an einer Schiene, an der die Ferse des Schlägers entlang laufen soll, wird die richtige Haltung geübt.

Für die Kinder steht der Erfolg beim Einlochen über allem. "Kinder wollen die Aufgabe einfach lösen. Die Erwachsenen dagegen hinterfragen immer viele Details ohne überhaupt erst einmal das Grundlegende zu beherrschen", sagt Stenchly. Sein ruhiges Wesen überträgt sich auf seine Schützlinge, die ihn auch duzen dürfen. Die ganze Stunde über zeigen sie sich hochkonzentriert. "Ich habe auch regelmäßig Schulklassen hier, und dann sind die Lehrer oft erstaunt, wie ruhig ihre Kinder sein können."

Austoben dürfen sie sich zu Beginn der Stunde bei einem kleinen Fußballspiel. Direkt am Clubhaus gehört den Kindern ihr eigener Bereich zum Üben, aber sie sind auch während des täglichen Spielbetriebs auf der Anlage gerngesehen. "Die Erwachsenen freuen sich, wenn die Kinder auf dem Golfplatz sind und sie beim Spielen sehen", sagt Matthias Stenchly. Dafür hat der Club vor zwei Jahren spezielle Abschläge für kürzere Distanzen eingerichtet.

Zum Abschluss des Trainings geht es für ein Teamspiel auf die Anlage. Alle Kinder schlagen den Ball und an der besten Stelle, an der einer gelandet ist, geht es dann für alle weiter. "Meine Großeltern haben mir gesagt, wenn man Golf lange genug macht, kann man auch viel erreichen", erzählt die zehn Jahre alte Joana. Dabei gilt: Früh übt sich.

Quelle: NGZ
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