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Grevenbroich
Wie Kind und Hund ein Team werden

Grevenbroich: Wie Kind und Hund ein Team werden
Gestatten, Ronja: Die Therapiehündin war der Star beim Workshop "Rund um den Hund", der Kindern das richtige Verhalten im Umgang mit Hunden beibringt. Die Idee dazu hatten Patricia Petersen-Jakovski und Sabine Kauffmann. FOTO: LB
Grevenbroich. Der Workshop "Rund um den Hund" zeigt Kindern, wie sie Hunde besser verstehen und worauf sie bei den Vierbeinern achten müssen. Zudem soll er Ängste nehmen - und Eltern darauf hinweisen, wie sie Gefahren verhindern. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Die YouTube-Wirklichkeit vermittelt bisweilen einen einseitigen Blick auf die Realität. Ein Beispiel: Videos mit Hunden und Kindern kommen in der Regel knuffig daher und werden eifrig geklickt. Doch ganz so ungefährlich ist es nicht, wenn zum Beispiel ein Kleinkind einem Hund hemmungslos den Kopf tätschelt - denn der Vierbeiner deutet das Verhalten möglicherweise falsch, fühlt sich bedrängt und schnappt zu. Es gibt zahlreiche Statistiken zu Bissverletzungen bei Kindern und eines ist ihnen gemein: die Faustregel "Je jünger Kinder sind, desto häufiger erleiden sie Bissverletzungen im Gesicht". Das ist vor allem wegen der Körpergröße oft der Fall. Grundsätzlich gilt: Kinder sollten ein adäquates Verhalten im Umgang mit Hunden vermittelt bekommen.

Das ist auch der Grund, weshalb sich die bunt zusammengewürfelte "Gassi-geh-Truppe" versammelt hat. "Rund um den Hund" lautet das Motto der Veranstaltung, die das das Familiennetzwerk "Kinderzimmer" in Grevenbroich jetzt gemeinsam mit dem Familienbüro des Rhein-Kreises Neuss kostenfrei anbot. Die Zielgruppe: Kinder und Eltern. Denn bei beiden besteht häufig Aufklärungsbedarf. Während sich die Eltern über den "Blauen Hund", ein Computer-Lernprogramm, das die goldenen Regeln für den Umgang mit dem Hund vermittelt, informieren, bieten Patricia Petersen-Jakovski und Sabine Kauffmann mit Hündin Ronja für die Kinder einen geführten Hundespaziergang auf der Waldwiese an.

Florian (6) gehört zu den Skeptikern. "Er hatte schon mal ein schlimmes Erlebnis, als er beim Spazieren einem Spaziergänger mit Hund begegnete, der ihm einfach Angst machte", erzählt Sabine Kauffmann (33). Die Hundeschule des Kinderzimmers will gerade da ansetzen. "Sie ist interessant für Eltern und Kinder, auch wenn sie keinen Hund besitzen. Wir geben praktische Tipps für das Verhalten gegenüber dem fremden Hund", erklärt die Grevenbroicherin.

Perfekt dafür geschult ist Therapiehündin Ronja, die sich geduldig von den Kindern streicheln lässt und den Kommandos "Sitz, Platz, Pfötchen und Aus" folgt. Parallel stellt Tierärztin Adelgunde Carrascosa den Eltern das Computerprogramm "Blauer Hund" vor. "Es sollte so etwas wie einen Führerschein für Hundebesitzer geben, denn gerade die mit Hund und Kind haben eine besondere Verantwortung", meint Kauffmann. Im Kinderzimmer können Unentschlossene darüber hinaus herausfinden, welches Haustier für sie das richtige ist.

Die Runde auf der Waldwiese hat beim Spaziergang viel gelernt. Lia (5) hat zwar "immer noch ein bisschen Angst", aber erscheint nicht ganz so verschreckt wie zuvor. Benedikt (6) freut sich, dass Ronja seinen Kommandos folgt. Auch Florians Angst vor der schwarzen Therapiehündin ist angemessenem Respekt gewichen. "Ich mag sie und würde gerne noch ein Foto von ihr machen", sagt er. "Angemessener Respekt ist unser Ziel", erklärt die Hundeführerin. "Kinder sollten einen achtsamen und liebevollen Umgang mit dem Tier erlernen." Die gute Resonanz überzeugt die Organisatorinnen dabei.

Quelle: NGZ
 
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