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Grevenbroich
Wilder Müll: Stadt sperrt Plätze und Wege

Wilder Müll in Grevenbroich
Wilder Müll in Grevenbroich FOTO: Berns Lothar
Grevenbroich. In Grevenbroich wird immer mehr wilder Müll in der Landschaft abgekippt. Die Stadt will daher Gegenmaßnahmen ergreifen. Besonders "beliebte" Stellen sollen abgeriegelt oder neu gestaltet werden. Das aber ist nicht überall möglich. Von Wiljo Piel

Der Wanderparkplatz am Hemmerdener Weg bei Wevelinghoven wird in Kürze von Mitarbeitern der Wirtschaftsbetriebe verkleinert. Sie werden Bäume auf einem Teil der Fläche pflanzen und sie mit einem Zaun umgeben. Zu dieser Maßnahme hat sich die Stadt entschlossen, nachdem auf dem abseits des Ortes gelegenen Platz immer wieder wilder Müll abgekippt wurde. Es wird nicht die einzige Aktion dieser Art sein.

Exakt 221 Fälle von illegaler Müllentsorgung hat die Stadtverwaltung alleine im vergangenen Jahr registriert. "Das waren unter dem Strich gut 50 Tonnen, die in der Landschaft herumlagen und dort wieder herausgeholt werden mussten", sagt Sophia Bauer vom städtischen Umweltamt. Das sei doppelt so viel Müll wie in den Jahren zuvor gewesen; zwischen 2012 und 2014 wurden jeweils zwischen 21 und 25 Tonnen im Stadtgebiet abgekippt. Mehr als 36.000 Euro mussten 2015 für das Entsorgen des bei Nacht und Nebel abgekippten Unrats gezahlt werden. Hinzu kamen die Kosten für den Verwaltungsaufwand.

Wie schlimm der wilde Müll die Stadt verschandelt, sehen Sie in der Bilderstrecke.

"Es ist schon heftig, was da alles herumliegt", sagt Sophia Bauer. Teilweise wurden ganze Lastwagenladungen mit alten Fenstern und Bauschutt im Bend abgekippt. Auf der Vollrather Höhe war es Hausrat in großen Mengen, am strategischen Bahndamm in Neukirchen sogar asbesthaltige Dachabdeckungen. "Leider bekommen wir die Umweltsünder in den seltensten Fällen zu fassen", bedauert Bauer.

Die Stadtverwaltung hat die Schwerpunkte der illegalen Entsorgung aufgelistet und will nun an einigen Stellen dafür sorgen, dass dort das Abkippen verhindert oder zumindest erschwert wird. So soll der Wanderparkplatz am Hemmerdener Weg so umgestaltet werden, dass er künftig von der Straße aus komplett einzusehen ist. "Wer dort mit dem Auto hinfährt, um seinen Müll zu entsorgen, muss damit rechnen, jederzeit entdeckt zu werden", sagt Bauer.

Eine weitere Aktion ist am Tribünenweg geplant: Eine Wendefläche vor den Wevelinghovener Klärteichen soll mit großen Steinen abgesperrt werden, so dass kein Auto mehr durchkommt - auch dort wurde immer wieder wilder Müll abgekippt. Die gleiche Maßnahme will die Stadt in der Nähe des Erholungsgebiets Elsbachtal ergreifen: Ein Teilstück der Elfgener Dorfstraße, das an der Autobahn 540 in einer Sackgasse endet, soll ebenfalls mit Findlingen abgeriegelt werden.

"Sollten sich künftig weitere Orte als Schwerpunkte von Abfallablagerungen herausstellen, wird geprüft, ob eine Zufahrt gesperrt werden kann oder ob andere Maßnahmen möglich sind", sagt Sophia Bauer. Was sie bedauert: Die meisten wilden Müllkippen im Stadtgebiet wurden an Wirtschaftswegen oder auf Bürgersteigen entdeckt. "Dort können wir natürlich keine Sperrungen vornehmen", so Bauer.

Nach einer Statistik der Stadtverwaltung wurden 2015 die meisten wilden Müllkippen im Umkreis von Elsen entdeckt. 26 Mal mussten Mitarbeiter der Verwaltungs ins Elsbachtal, an die Grubenrandstraße und den P+R-Platz ausrücken, um Abfall zu entsorgen. Auf Platz zwei rangiert Neurath mit 22, vor Gustorf mit 21 Fällen.

Quelle: NGZ
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