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Grevenbroicher Wildpark
Tiere ausgerissen - Jäger erlegt drei Wildschweine

Wildpark Bend in Grevenbroich: Jäger erlegt drei Wildschweine
In Grevenbroich sind drei Wildschweine ausgebüxt - und wurden von einem Jäger erlegt. FOTO: M. Reuter
Grevenbroich. Mehrere Tiere sind aus dem Wildfreigehege im Bend in Grevenbroich ausgebüxt. Drei konnten nicht eingefangen werden. Sie wurden erschossen. An dem Vorgehen gibt es Kritik. Von Wiljo Piel

Das sei aus Sicherheitsgründen geschehen, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Denn die Schweine hätten ohne weiteres Menschen in Gefahr bringen können. Die Jagd war jetzt auch Thema in der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates. Der Vorfall liegt schon etwas zurück, er ereignete sich am Dienstag vor zwei Wochen.

Dass die Tiere aus dem Wildgehege ausbrechen konnten, lag laut Stadtverwaltung an einem schweren Ast, der am Rande des Wildschweinreviers abgebrochen war und einen Teil der Umzäunung zerstört hatte. Diese Lücke hatten einige der im Park lebenden Wildschweine zur Flucht genutzt. Nach Informationen unserer Redaktion zog es eine Bache mit Frischlingen am frühen Nachmittag sogar bis auf das Gelände des Pascal-Gymnasiums am Schwarzer Weg. Dort hielten sich die Tiere allerdings nur kurzzeitig auf, bevor sie wieder im nahegelegenen Bend verschwanden.

Tiere hätten auf die Autobahn rennen können

"Den Mitarbeitern des Forsthofes gelang es noch am selben Abend, die meisten Tiere einzufangen oder in das Gehege zurück zu treiben", berichtet Ralf Müller vom Bürgermeisterbüro. Bei drei Wildschweinen, die vermutlich durch Hunde von Besuchern des Wildparks "verschreckt und vergrault wurden", sei das aber nicht gelungen. Am Abend des darauffolgenden Tages seien die Tiere in der Nähe des Freigeheges aber vom Jagdpächter erlegt worden - "um eine Gefährdung von Spaziergängern sowie des Bahnverkehrs auf der Strecke Köln-Mönchengladbach zu verhindern", sagt Ralf Müller. Darüber hinaus habe die Gefahr bestanden, dass die drei Tiere auf die Autobahn 540 rennen könnten.

"Die Jagd war unvermeidlich", sagt Stadtförster Frank Wadenpohl. "Die Tiere sind nur eine begrenzte Zeit im Umfeld ihrer Rotte anzutreffen, danach suchen sie neue Futterquellen an der Erft oder sonst irgendwo im Stadtgebiet." Er rechnet ohnehin damit, dass die steigenden Wildschweinbestände in nächster Zeit dazu führen werden, dass freilebende Tiere aus der offenen Landschaft rund um die Tagebaue das Stadtgebiet und die Erftaue erreichen werden. "Das stellt sowohl den Forstbetrieb als auch die Jägerschaft vor neue Herausforderungen", sagt Wadenpohl.

Warum wurden Tiere nicht betäubt?

Auf der Königshovener und Vollrather Höhe halten sich Wildschweine bereits seit längerer Zeit auf, unlängst wurden einzelne Tiere auch in der Ortsnähe von Gustorf gesichtet. Und auch im Umfeld von Frimmersdorf und Neurath werden immer häufiger Wildschweine gesichtet. Leidtragende sind oftmals die Landwirte. Vor einigen Jahren wurde ein etwa 3000 Quadratmeter großes Maisfeld in Grevenbroich von Schweinen zerstört.

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Mit der Jagd auf die aus dem Wildgehege ausgebüxten Tiere zeigt sich Dieter Dorok von den Grünen nicht einverstanden. "Ich frage mich, warum man kein Betäubungsgewehr einsetzte, um die Tiere wieder heil in ihr Gehege zurück zu bringen", sagt das Ratsmitglied.

Quelle: NGZ
 
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