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Grevenbroich
Wilkes Büdchen ist Treff für Jung und Alt in Gustorf

Grevenbroich. Zu einem einfachen Kiosk mit Lottostelle kamen ein Reisebüro und seit Neuestem auch eine Post-Filiale. Von Gundhild Tillmanns

Mit einem Büdchen hat es vor 17 Jahren für Agnes und Walter Wilke angefangen. Immer größer wurde der Kiosk, zu dem von Anfang an schon eine Lotto-Annahmestelle gehörte. Die Räumlichkeiten an der Bäckerei Spitz in Gustorf wurden zu klein, Wilkes zogen um. Seit etlichen Jahren haben sie ein richtiges Ladenlokal Auf dem Wiler gegenüber vom Landhotel: "Nur mit einem Kiosk hätten wir nicht überleben können", gibt die 53-jährige Agnes Wilke zu.

Ein Reisebüro und seit Dezember auch eine Poststelle sind hinzugekommen, doch der Charme des beliebten Büdchens um die Ecke ist erhalten geblieben. "Wir sind ein Treffpunkt für die Leute im Dorf. Hier wird auch viel geklönt. Man erfährt alles", berichtet Wilke schmunzelnd. Die Heimatverbundenheit zeigt sich dem Kioskkunden gleich im Eingangsbereich: Auf den Fotos vom jüngsten Karnevalszug, mit denen die Türe beklebt ist, können sich Jung und Alt aus Gustorf wiedererkennen. "Wir haben hier auch schon fast so etwas wie einen Generationenwechsel", erzählt Wilke. Die Schulkinder, die in den Anfangsjahren im Büdchen ihre Süßigkeiten kauften, kämen jetzt als Erwachsene wieder: "Neulich hat mich ein junger Mann gefragt, ob ich ihn noch kenne. Ich habe Ja gesagt, aber in Kleiner", erzählt Agnes Wilke, die auch ihren eigenen Sohn quasi im Büdchen groß gezogen hat. "Das war praktisch mit der Schule gleich nebenan. Mittags kam unser Junge und machte hier seine Hausaufgaben."

Auch Schulbedarf und Geschenkartikel sind mit den Jahren in Wilkes Büdchen mit ins Sortiment gekommen und erweitert worden. Wenn morgens um 7 Uhr geöffnet wird, kommen die älteren Stammgäste und kaufen ihre Zeitungen. "Und dann geht es Schlag auf Schlag den ganzen Tag, bis wir um 18 Uhr wieder schließen", sagt sie. Probleme mit Überfällen haben Agnes und Walter Wilke in ihrem Geschäft bislang nicht gehabt: "Zum Glück ist es hier im Dorf ziemlich ruhig. Es gab nur einmal einen Einbruchsversuch, da waren aber Diebe auch an anderen Stellen in Gustorf unterwegs. Wir haben aber eine Alarmanlage und sind nie alleine im Geschäft."

Ihr Mann Walter (65) war übrigens vor 17 Jahren durch Zufall auf die Idee gekommen, den Kiosk zu übernehmen. Bis dahin hatte er als Lkw-Fahrer und seine Frau als Verkäuferin in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet. "Mein Mann hatte davon erfahren, dass der Lotto-Kiosk zumachen wollte. Da hat er mich gefragt, ob wir ihn übernehmen sollen", erinnert sich die 53-Jährige an die erste Zeit, die gar nicht so einfach gewesen sei: "Wir haben dann aber alles von der Pike auf gelernt", fügt sie hinzu.

Quelle: NGZ
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