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Grevenbroich
Windrad-Lärm nervt Neuenhausener

Grevenbroich: Windrad-Lärm nervt Neuenhausener
Sonja Paschinski stören nachts die Geräusche der Rotoren - sie schläft jetzt auf der anderen Seite des Hauses. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Anwohner der Vollrather Höhe erklären, dass sie wegen der neuen Windräder schlecht schlafen, beschweren sich über Lärm. Die UWG/ABG-Fraktion fordert Änderungen bis hin zur Stilllegung nachts. In Kürze stehen Schallmessungen an. Von Carsten Sommerfeld

Seit wenigen Monaten sind die neuen Windräder auf der Vollrather Höhe in Betrieb. Nun wird die UWG/ABG-Fraktion aktiv: "Da muss etwas geschehen. Denn Neuenhausener berichten, dass ihre Nachtruhe durch die drehenden Rotoren gestört wird", erklärt Vize-Fraktionschef Rolf Göckmann. Im Rat hatte er die Verwaltung aufgefordert zu klären, ob die Messwerte eingehalten würden. "Die Stadt soll auf die Betreiber zugehen, eventuell muss der Betrieb nachts geändert werden. Wenn es gar nicht anders geht, müssen die Windräder von 22 bis sechs Uhr stillgelegt werden", fordert Göckmann.

Im Rahmen eines Repowering-Programms waren im vergangenen Jahr rund ein Dutzend kleiner durch fünf größere Windräder mit 120 Meter Nabenhöhe ersetzt worden - das hatte Folgen: "Ich kann nicht mehr gut schlafen. Bei geöffnetem Fenster stören die Windgeräusche der Rotoren", schildert Sonja Paschinski (44), die an der Damaschkestraße wohnt, nicht weit von der "Halde" entfernt. Wegen des Krachs schläft sie nun auf der anderen Seite ihres Hauses. Damit steht Paschinski nicht allein. "Ich kann nicht mehr bei offenem Fenster schlafen. Das dröhnt, dass einem fast der Kopf platzt", berichtet auch Sofia Langerfeld (64) vom Asternweg.

Für das Schallgutachten im Rahmen der im April erteilten Genehmigung ist der Rhein-Kreis zuständig. "Beschwerden hat es bei uns nach der Inbetriebnahme aber nicht gegeben", sagt Amtsleiter Norbert Clever. Die zu erwartende Lärmentwicklung bewege sich im "zulässigen Rahmen". Bei Beschwerden könnten sich Bürger unter 02181 6016860 melden.

"Die Schallemission des neuen Windparks liegt unter dem des alten", erklärt Christopher Giesken, Projektmanager der "CPC Germania" in Rheine, der zwei neue Anlagen gehören. Die arbeiteten nach strikten gesetzlichen Vorgaben: "Die Windräder dürfen nachts - an der Anlage - nur 99,8 Dezibel verursachen. "Sie laufen deshalb in dieser Zeit nur mit zwei Drittel Leistung", erläutert Giesken. "Außerdem haben wir an den Rotoren zusätzliche schallreduzierende Blattfortsätze, wie einen Sägezahn, montiert", sagt der Projektmanager.

"Alle Auflage zum Lärm wurden erfüllt", betont auch Till Gießmann, Sprecher bei "Capital Stage" in Hamburg, Eigentümer der übrigen drei Windräder. Die Betriebsführung für sie liegt bei der Firma Energiekontor, die die Rotoren auch geplant hat. Vertriebsmanager Lars Heinrich vom Bremer Unternehmen kündigte im Gespräch mit unserer Redaktion nun Schallmessungen an. Es soll überprüft werden, ob die errechneten Werte auch eingehalten werden. Diese Messungen, die eine Auflage bei der Genehmigung seien, sollen noch im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen.

Bei Überschreitungen könnten die Anlagen "nachts heruntergeregelt werden". Heinrich ist allerdings über die Beschwerden verwundert, "da die Windräder nur einen Teil der Lärmquellen dort bilden - im Umfeld gibt es viel Industrie".

Quelle: NGZ
 
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