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Grevenbroich
Wohnungen für Flüchtlinge gesucht

Grevenbroich: Wohnungen für Flüchtlinge gesucht
Hartmut Deußen im Gespräch mit jungen Flüchtlingen. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Stadt muss 164 Menschen unterbringen. Unterkünfte sind fast alle belegt. Von Wiljo Piel

Die Stadtverwaltung sucht händeringend nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. Nach aktuellem Stand müssen 164 Menschen mittelfristig untergebracht werden - nicht nur Singles, sondern auch Familien mit mehreren Kindern.

Insgesamt hat sich die Flüchtlingssituation in Grevenbroich etwas entspannt. "Zurzeit kommen so gut wie keine neuen Asylbewerber in die Stadt", sagt Hartmut Deußen, Leiter des Fachbereichs "Soziale Sicherung". Die Verwaltung stehe allerdings aktuell vor einer größeren Zuweisung von Flüchtlingen, die anerkannt wurden und in den nächsten drei Jahren in Grevenbroich wohnen bleiben müssen. "Diese Menschen leben schon zum großen Teil hier, und zwar in den Unterkünften", sagt Deußen: "Es gilt nun, adäquaten Wohnraum für sie im Stadtgebiet zu finden."

Gesucht werden vor allen Dingen größere Wohnungen, in denen Familien mit zwei oder drei Kindern untergebracht werden können. "Daran mangelt es zurzeit", sagt Deußen: "Wir brauchen vor allem Mietwohnungen mit vier oder fünf Zimmern, damit die Familien ausreichend Platz haben." Ähnlich gestalte sich das Problem bei den Singles: Die für sie gesuchten 50-Quadratmeter-Appartements seien "de facto nicht vorhanden", meint Hartmut Deußen.

Die Stadtverwaltung stehe zwar im Kontakt mit den Grevenbroicher Wohnungsbaugesellschaften, hofft aber darauf, dass sich auch private Vermieter bei ihr melden werden. Ansprechpartner im Rathaus ist Artur Foss, der unter Telefon 02181 608513 erreicht werden kann.

Momentan leben insgesamt 942 Asylbewerber im Stadtgebiet, davon 820 in den Unterkünften und 122 in Wohnungen. "Unsere Häuser, Container und Hallen sind relativ stark belegt", sagt Hartmut Deußen. Im ehemaligen Finanzamt an der Erckensstraße sei kein Platz mehr frei, gleiches gelte für die Container-Siedlung an der Gilbachstraße. "Ein wenig Luft gibt es lediglich noch in einer der Leichtbauhallen am Hagelkreuz", betont Deußen.

Finde die Stadtverwaltung ausreichend Wohnungen für 164 anerkannte Flüchtlinge, würde sich die Situation in den Unterkünften etwas entspannen. "Daher arbeiten wir momentan mit Hochdruck daran, entsprechenden Mietraum zu finden", meint der Fachbereichsleiter. Zwar kämen zurzeit keine neuen Asylbewerber in die Stadt - doch: "Wer weiß, wie lange diese Situation anhalten wird", sagt Hartmut Deußen: "Die Lage könnte sich ruckartig wieder ändern."

Quelle: NGZ
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