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Grevenbroich
Wutpunkte: Stadt lehnt Kooperation ab

Grevenbroich. Rund 50 "Wutpunkte" haben Grevenbroicher im Internet markiert, sie kritisieren Verkehrsprobleme, Müll und anderes. Jetzt will das Team des Online-Portals mit der Stadtverwaltung Grevenbroich kooperieren, doch diese winkt ab. Von Carsten Sommerfeld

Rasende Lastwagen abends auf der Kreisstraße 10 bei Noithausen oder Behindertenparkplätze, die vor dem Krankenhaus von Nichtbehinderten blockiert sind – Grevenbroicher machen ihrem Ärger Luft: Rund 50 Wutpunkte haben Schlossstädter zurzeit auf der Internetseite www.wutpunkte.de markiert. Dabei wird deutlich: Vor allem Verkehrsprobleme erzürnen Grevenbroicher. Nun hat das dreiköpfige Team das "Online-Portal" überarbeitet. 2012 war die Seite online gegangen, auf der Bürger sich beschweren können.

Die Initiatoren haben noch mehr vor, würden gern die Stadt Grevenbroich mit ins Boot holen. "Im vergangenen Jahr kritisierten manche, dass auf der Seite zu viel gemeckert werde, aber kaum konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht würden. Das wollen wir ändern", erklärt Alexander Braden.

Der 20-Jährige, der in Düsseldorf Betriebswirtschaftslehre studiert, gehört zum Wutpunkte-Gründungsteam. "Wir möchten mit der überarbeiteten Seite eine Gemeinschaft gründen, die etwas verändern und diskutieren will", sagt Braden. "Und wir wollen mit den Kommunen zusammenarbeiten. Wir können der Stadt einen kostenfreien Zugang anbieten, damit Mitarbeiter in einem internen Bereich alle Punkte einsehen, übernehmen und bearbeiten können." Auf diese Weise könnte die Stadt etwa im Portal ein Feedback geben, dass eine Kritik geprüft werde, oder erklären, warum sich ein Vorschlag nicht realisieren lasse. Zunächst will sich das Team auf Kommunen im Rheinland und Ruhrgebiet konzentrieren.

Auch anderes wurde geändert: Die Teilnehmer müssen sich zunächst registrieren, können dann Wutpunkte setzen oder sich etwa der Kritik anderer anschließen. Zudem hat das Team die Zahl der Wutpunkte von 8000 auf 800 reduziert, neue Kategorien eingeführt und mehr Platz für die Hinweise der Kritiker geschaffen. Allerdings sind die meisten der etwa 50 Beiträge fürs Stadtgebiet knapp formuliert. "Saufgelage!" lautet ein Wutpunkt fürs Stadtpark-Areal. Neben der City sind besonders für Noithausen, Hemmerden und Kapellen mehrere rote Punkte markiert. "Fast-Food-Müll und Glasflaschenscherben rund um den Spielplatz durch die Dorfjugend" wird etwa im Kapellener Neubaugebiet als Ärgernis gesehen. Und wie reagiert die Stadt auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit? Sie winkt ab. "Wir sehen keinen Bedarf", erklärt Dezernent Claus Ropertz. "Wir haben auf unserer Internetseite unter www.grevenbroich.de ein Kontaktformular eingerichtet, das gern in Anspruch genommen wird." Außerdem stehe im Bürgerbüro ein Kasten für Ideen und Anregungen. Zudem würden sich viele Bürger telefonisch an die Verwaltung oder Ratsvertreter richten. "Wichtig ist, dass die Beschwerden schnell an die zuständige Stelle geleitet und bearbeitet werden – und zwar ohne Umwege." Die Stadt Viersen hatte bereits zuvor das Wutpunkte-Angebot abgelehnt. Mit anderen Kommunen stehen wir im Gespräch", betont Braden.

Quelle: NGZ
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