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Grevenbroich
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Der Schreibtisch von Nicole Niederdellmann-Siemes
Der Schreibtisch von Nicole Niederdellmann-Siemes FOTO: Bauer (1), Hagenacker (8)
Grevenbroich. ...und wir sagen Ihnen, wer Sie sind. Ein Besuch bei Nicole Niederdellmann-Siemes, SPD-Landtagskandidatin für den Wahlkreis 46. Von Julia Hagenacker

Momentan steht ihr Schreibtisch an dem Ort, der Nicole Niederdellmann-Siemes im Leben am allerwichtigsten ist: zu Hause in Osterath, dort, wo die Familie und Heimat ist - die "Steckdose" zum Aufladen im Alltag verlorengegangener Energie.

Gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Söhnen (zehn und 14 Jahre) ist die 47-Jährige vor kurzem in ihr ganz persönliches Traumhaus im Grünen gezogen. Gut zwei Jahre lang haben die gebürtige Bochumerin und ihre Lieben das aus dem Jahr 1962 stammende und zuletzt von einer alten Dame bewohnte Gebäude renoviert und nach den eigenen Vorstellungen umgebaut. "Wir haben das Haus 2014 möbliert gekauft und etwas Neues daraus gemacht", sagt die Meerbuscherin, während sie den Blick stolz durch die lichtdurchfluteten Räume schweifen lässt. Eine Lampe mit imposantem Kristallfuß, die auf einem kleinen Tischchen im Flur steht, erinnert die Familie jeden Tag daran, dass das möglich ist, Altes einen Wert hat. "Die Lampe gehörte zum Bestand", sagt Niederdellmann-Siemes. "Mein Mann wollte sie zuerst weggeben, ich habe einfach den Schirm ausgetauscht."

Auf dem großen Tisch im Esszimmer - vor einem vor zwei Jahren beim Lions-Club ersteigerten großformatigen Lieblingskunstwerk von Melissa Blau - liegt griffbereit ein Tablet-PC. Im Meerbuscher Stadtrat wird mittlerweile papierlos gearbeitet, jedes Ratsmitglied hat über das Internet Zugriff auf alle Unterlagen. Für die Partei- und Fraktionschefin der Meerbuscher SPD vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht auf ihren flachen, schwarzen Touchscreen-Computer schaut. "Die Kommunalpolitik ist ein wichtiger Teil meines Lebens", sagt Niederdellmann-Siems. Letztendlich ist sie auch der Weg, der die Diplom-Sozialwissenschaftlerin zur Landespolitik geführt hat.

Die Sozialdemokratie wurde der Kandidatin, die in der Büdericher Böhlersiedlung aufwuchs und am 14. Mai bereits zum dritten Mal für die SPD im Wahlkreis 46 antritt, quasi in die Wiege gelegt. Vater Jürgen war beim Stahlkocher Böhler beschäftigt, Mutter Ilse in der Arbeiterwohlfahrt aktiv. Beide führten die SPD in Meerbusch auf Spitzenpositionen an.

Nicole Niederdellmann-Siemes selbst trat 1987 in die Partei ein, studierte Sozialwissenschaften, Volkswirtschaft- und Rechtslehre, sammelte Arbeitserfahrung bei einer Unternehmensberatung und kam früh mit Betriebsrat und Gewerkschaft in Berührung. Neben ihrem Job in der Stadtverwaltung Düsseldorf absolvierte sie einen Master in Personalentwicklung. Für die Arbeit im Landtag fühlt sich die 47-Jährige damit gut gerüstet. Als feststand, dass die Partei sie erneut als Landtagskandidatin aufstellt, hat die Meerbuscherin ihre Freunde zu einer "Abschiedsfeier" eingeladen. "Ich wollte damit deutlich machen, dass ich - auch, wenn ich für eine gewisse Zeit sehr eingespannt sein werde - trotzdem immer da bin", erzählt sie und zeigt auf ein zartes, weißes Windlicht, das auf einem Sideboard neben dem Esstisch steht. "Das Windlicht hat mir eine Freundin zur Nominierung geschenkt. Das bedeutet mir viel, denn es ist enorm wichtig, dass man Menschen in seinem Leben hat, die einen erden. So gesehen habe ich ganz großes Glück."

Der kleine Buddha auf der Anrichte im Wohnzimmer ist auch ein Symbol. Den hat die zweifache Mutter geschenkt bekommen, als sie die Schulpflegschaft in der Grundschule ihrer Kinder verließ. "Er erinnert mich an diese schöne Zeit, aber auch daran, wie wichtig es ist, in bestimmten Situationen ruhig und gelassen zu bleiben", sagt Niederdellmann-Siemes. Die 47-Jährige weiß, dass das vor allem als Frau manchmal nötig ist.

"Frauen werden grundsätzlich viel stärker begutachtet", sagt sie. "Es wird geschaut: Was hat sie an, wie steht es ihr? Das heißt, wir müssen nicht nur fachlich mindestens genauso gut wie die Männer sein, sondern auch diesen Balanceakt zwischen ,zu viel' und , zu wenig' schaffen." Auf Lippenstift und regelmäßige Wellness-Auszeiten verzichtet die 47-Jährige gerade deshalb nicht. "Starte den Tag mit einem Lächeln" steht auf der Tasse, die sie bis zu fünfmal am Tag mit Kaffee füllt. Grundsätzlich sei sie eine echte Optimistin, sagt die SPD-Landtagskandidatin. "Es wird Zeit, dass eine Frau mit Herz und Verstand für die Kommunen in unserem Wahlkreis in den Landtag einzieht."

Quelle: NGZ
 
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