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Grevenbroich
Zelte für Flüchtlinge sind bald einsatzbereit

Grevenbroich: Zelte für Flüchtlinge sind bald einsatzbereit
"Zimmer" mit Trennwänden und Türen sollen den Bewohnern in den Leichtbauhallen am Hagelkreuz Privatsphäre ermöglichen. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Grevenbroich. Die Asylbewerber-Unterkünfte im alten Finanzamt und am Hagelkreuz sind fast fertig. Trotz der zurzeit wenigen Zuweisungen sind sie laut Stadt auf jeden Fall nötig. Von Carsten Sommerfeld

Zwei große Flüchtlingsunterkünfte stehen kurz vor der Fertigstellung. Im alten Finanzamt an der Erckensstraße laufen letzte Arbeiten, Putzkolonnen haben nach dem Umbau mit der Reinigung begonnen. Für 150 Asylbewerber ist Platz. Auch die Arbeiten an den Leichtbauhallen am Hagelkreuz - für 160 Menschen - sind weit gediehen. Ende Mai, Anfang Juni sollen laut Heike Steinhäuser, Leiterin des Fachbereichs für Soziales, die ersten einziehen. Wenige Meter weiter soll im Mai an der Gilbachstraße der Aufbau der Wohncontainer mit rund 100 Plätzen starten.

Die Bemühungen der Stadt um neue Unterkünfte tragen Früchte. Angesichts der hohen Asylbewerberzahlen Ende 2015 - bis zu 80 Menschen pro Woche kamen - startete die Verwaltung ein Ausbauprogramm. Mit dem Aus für die Balkan-Route sanken die Zuweisungen auf nur noch 83 seit Jahresbeginn. Sind die neuen Unterkünfte überhaupt noch erforderlich? Ja, sagt Steinhäuser: "Sie werden auf keinen Fall leer stehen." In den nächsten Monaten rechnet die Stadt wieder mit einem Anstieg der Flüchtlingszahl. Zudem wurden Asylbewerber einige Zeit vermehrt Großstädten zugewiesen, die ihre Quote nicht erreicht hatten. Ein dritter Grund, sich für vermehrte Zuweisungen zu wappnen: Die vom Land nicht mehr benötigte Notunterkunft in der Alten Feuerwache und der Turnhalle am Stadion wurde geräumt. Die 150 Plätze dort wurden auf die Stadt-Quote angerechnet, das fällt nun weg.

Eine wichtige Rolle wird künftig die Unterkunft am Hagelkreuz spielen. Sie ist als Verteilzentrum gedacht, von dem aus dauerhaft zugewiesene Asylbewerber nach einigen Wochen in andere Unterkünfte kommen sollen. In zwei 50 Meter langen Leichtbauhallen wurden, wie Hans-Georg Späth von "Zelte und Hallen Späth" erklärt, 25 Quadratmeter große "Zimmer" mit drei Meter hohen Trennwänden geschaffen. "Sie verfügen über Licht, Strom und eine abschließbare Tür", so Späth. In der nächsten Woche werde die Elektroinstallation abgeschlossen, Möbel fehlen noch. In einem separaten Aufenthaltszelt werden etwa Gespräche mit Jobcenter-Mitarbeitern möglich sein. In einem weiteren Schritt sind Unterkünfte an der Konrad-Thomas-Straße (Elsen) und am Mühlenhof (Neukirchen) geplant. "Die Wohncontainer dort werden bei Bedarf errichtet", so Steinhäuser.

Zunächst aber will die Stadt die Atempause nutzen. Turnhallen werden mit Ausnahme an der Bergheimer Straße nicht mehr benötigt. "Wir wollen nun durch Umzüge die Situation in vollbelegten Unterkünften entspannen", sagt Heike Steinhäuser. Vor allem gilt das für die mit Flüchtlingen belegte Obdachlosenunterkunft am Rittergut. Dort soll wieder mehr Platz für Menschen geschaffen werden, die nach einer Räumungsklage ein neues Domizil benötigen.

Quelle: NGZ
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