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Grevenbroich
Zeltstadt für Flüchtlinge am Hagelkreuz steht immer noch leer

Grevenbroich: Zeltstadt für Flüchtlinge am Hagelkreuz steht immer noch leer
Die Leichtbauhallen (hinten) stehen leer, an der Gilbachstraße sind Wohncontainer (vorn) im Bau. Wann Flüchtlinge einziehen, steht nicht fest. FOTO: NGZ-Foto. L.Berns
Grevenbroich. Seit Wochen stehen die vier neuen Leichtbauhallen am Hagelkreuz, bis zu 160 Asylbewerber finden dort Platz. Eingezogen ist bislang kein einziger, die weißen Großzelte sind leer. Von Carsten Sommerfeld

Raum für Flüchtlinge hat die Stadt zurzeit reichlich. In Sichtweite der Hallen wird an der Gilbachstraße an der ebenfalls neuen Container-Unterkunft für 100 Menschen gebaut. Beide Komplexe kosten insgesamt 5,2 Millionen Euro, die Stadt hat einen zinslosen Kredit aufgenommen. Auch das alte Finanzamt, das für rund 700 000 Euro für 100 Menschen umgebaut wurde, ist noch unbewohnt. Eigentlich war der Bezug für Januar vorgesehen.

Der Grund für all die Leerstände: Der Flüchtlingsstrom ist so gut wie versiegt. "2015 wurden der Stadt 518 Menschen dauerhaft zugewiesen, 2016 sind es bis Anfang Juni 85. davon kamen im Mai nur zwei", berichtet Sozialfachbereichsleiterin Heike Steinhäuser. Vorbei die Zeit, als die Stadt händeringend nach Unterkünften suchte, eine Turnhalle nach der anderen belegte. "Die geplanten Unterkünfte an der Konrad-Thomas-Straße in Elsen, am Mühlenhof in Neukirchen und an der Montanusstraße sind zurückgestellt", so Steinhäuser. Im früheren Finanzamt dagegen sollen im Juni/Juli die ersten Bewohner einziehen. Das Haus "verschafft uns Luft. Ins alte Finanzamt ziehen Menschen aus anderen, vollbelegten Unterkünften um, etwa aus dem Obdachlosenhaus in Noithausen."

Doch die große Anlage am Hagelkreuz, die als Drehscheibe für Neuankömmlinge geplant ist, ist weiter verwaist, Security sieht nach dem Rechten. Hat die Stadt das Millionen-Projekt umsonst errichtet? Steinhäuser meint "Nein. Wir sind jetzt vorbereitet, ,vor der Lage'. 2015 konnten wir auf die hohen Flüchtlingszahlen nur reagieren. Damals sind die Entscheidungen für neue Unterkünfte gefallen. Jetzt sind wir froh, keine Turnhallen mehr belegen zu müssen."

Ob und wann es aber Bedarf für die Unterkunft am Hagelkreuz gibt, weiß die Stadt nicht. "Wir sind von Faktoren abhängig, die wir nicht beeinflussen können. Hält die Vereinbarung zwischen EU und Türkei, wie verändern sich die Fluchtrouten?." Die Verwaltung will abwarten wie sich die Lage im Sommer entwickelt: "2015 kam der große Flüchtlingsstrom erst ab Sommer in Deutschland an", so Steinhäuser.

Quelle: NGZ
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