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Grevenbroich
Zerstörte Flüchtlingszelte: Polizei bittet Bürger um Hilfe

Grevenbroich: Zerstörte Flüchtlingszelte: Polizei bittet Bürger um Hilfe
Rund 30 Schnitte wiesen die Dachplanen von zwei der vier Hallen auf. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Grevenbroich. Nach den Beschädigungen der Leichtbauhallen für die geplante Flüchtlingsunterkunft am Hagelkreuz bittet die Polizei die Bevölkerung um Hilfe. Wer Hinweise beispielsweise auf den oder die Täter geben kann oder auf dem Gelände etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich zu melden.

Hinweise nimmt der Staatsschutz Düsseldorf entgegen, der sich mit politisch motivierten Straftaten befasst (Telefon: 0211 8700) Die Ermittler schließen einen fremdenfeindlichen Hintergrund bei der Tat nicht aus.

In der Zeit zwischen vergangenem Freitag, 19 Uhr, und Samstag, 12. März, etwa 7 Uhr, hatten unbekannte Täter die Dachplanen von zwei 50 Meter langen Leichtbauhallen an etlichen Stellen zerschnitten. Die betroffenen Zelte liegen in Sichtweite von Wohnhäusern sowohl an der verlängerten Lindenstraße als auch an der Gilbachstraße. Mitarbeiter der Firma "Zelte und Hallen Späth" entdeckten den Schaden am Samstagmorgen.

"Der Staatsschutz, eine Fachdienststelle beim Polizeipräsidium Düsseldorf, war vor Ort", erklärt Daniela Dässel, Sprecherin der Kreispolizeibehörde in Neuss. Das Gelände sei untersucht worden. Rechtsradikale Symbole seien nicht gefunden worden.

Auch aus der Politik gibt es Stimmen nach der Tat. "Wir müssen die Ermittlungen abwarten. Wenn es sich um einen fremdenfeindlichen Hintergrund handelt, sollten alle demokratischen Parteien zusammenstehen und deutlich sagen, dass so etwas nicht geht", sagt SPD-Vorsitzender André Thalmann. "Von solchen Ereignissen darf sich Politik bei ihren Entscheidungen nicht beeinflussen lassen."

Auch Wolfgang Kaiser, CDU-Fraktionschef und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, erklärt: "Die Grevenbroicher Politik wird sich davon nicht beeindrucken lassen. An der Unterkunft am Hagelkreuz wird festgehalten", so Kaiser. "Wir kennen die Täter noch nicht, aber die Vermutung, dass es sich um eine fremdenfeindliche Motivation handelt, ist naheliegend. Wer so etwas tut, schadet nicht nur bei der Unterbringung von Menschen, die in Not sind, sondern er schadet auch der Gesellschaft. Die Reparaturkosten müssen andere tragen."

(cso-)
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