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Grevenbroich
Zu Besuch bei den neuen Partnern

Grevenbroich: Zu Besuch bei den neuen Partnern
FOTO: Fremdenverkehrsbüro Kessel/Grafik: NGZ
Grevenbroich. Grevenbroich hat bald eine vierte Städtepartnerschaft: die Gemeinde Peel en Maas in Limburg. Dazu gehört der Ort Kessel, dessen einstige Grafen als Gründungsväter von Grevenbroich gelten. Ein Besuch des hübschen Orts lohnt sich. Von Carsten Sommerfeld

Aus Freunden werden Partner. Die Gemeinde Peel en Maas, zu der der 4000-Einwohner-Ort Kessel gehört, soll nach St. Chamond, Celje und Auerbach Grevenbroichs vierte Partnerstadt werden. Einstimmig hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, alles dafür vorzubereiten. Möglichst noch in dieem Jahr soll die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet werden.

Die neuen Partner kennenlernen können die Grevenbroicher natürlich schon jetzt. Nur 80 Kilometer trennen die beiden Kommunen - für die Wochenendfahrt ein Katzensprung. Zudem haben Kessel und Grevenbroich über 700 Jahre alte gemeinsame Wurzeln. Vermutlich schon lange vor 1271 ging das Gebiet an der Erft in den Besitz der Grafschaft von Kessel über. Aus einer Burg wurde bald mehr, um die Wende zum 14. Jahrhundert wurde Grevenbroich zur Stadt erhoben.

Da sollte ein Besuch bei den Nachfahren der ersten Stadtväter Grevenbroichs fast schon Pflicht sein. Ein Mann, der das bis 2010 eigenständige Kessel gut kennt, ist Joachim Schwedhelm (67). Der Grevenbroicher, Leiter der Abteilung Peel en Maas im Partnerschaftsverein und Mitglied im Jägerzug Graf Kessel, macht sich seit Jahren für die Partnerschaft stark. "Kessel liegt direkt an der Maas. An den Fluss-Terrassen kann man schön in Cafés sitzen und auf die Maas blicken. Und die Burg in Kessel ist ein Traum", erzählt Schwedhelm.

De Keverberg, die Partnerburg des alten Schlosses, prägt den Ort, ist weithin zu sehen. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde aus der Burgruine in den vergangenen Jahren ein eindrucksvolles Tagungszentrum. Statt einer historischen Rekonstruktion entstand eine bemerkenswerte Kombination aus alten Burgmauern und Gewölben sowie viel neuem Glas. 4,5 Millionen Euro kostete die Verwandlung in den futuristisch wirkenden Komplex. Ein kurzer Film, der auf eine Mauer projiziert wird, dokumentiert beim Besuch die Entwicklung der Burg und Umgebung durch die Jahrhunderte. Anhand der "Scherben aus der Vergangenheit" lässt sich die Anlage mit Hilfe von Videos und Texten entdecken. Beeindruckend ist der Blick aus dem 30 Meter über der Maas liegenden Zusterkap-Saal.

Nach der Besichtigung der Burganlage, in der sich auch ein Café befindet, bietet sich eine Pause an der Maas an, auf der Frachtschiffe und Segelboote gleichermaßen zu sehen sind. Kessel verfügt über einen Yachthafen, und im beschaulichen Ort gibt es, wie Schwedhelm erzählt, "sehr schöne alte Häuser" zu entdecken.

Auch der übrige Teil der 43.000 Einwohner-Gemeinde Peel en Maas ist einen Besuch wert. "Verwaltungssitz ist Panningen. Dort gibt es ein Kulturgebäude mit Theater und Kino - eine tolle Sache für eine Kommune dieser Größe", sagt Schwedhelm. Und der Nachbarort Helden, ebenfalls Teil von Peel en Maas, verfüge über "eine wunderschöne Altstadt". Klar, dass die Region sich für Fahrradausflüge eignet, vorbei an adretten Bauernhäusern und typischen Windmühlen. Direkt hinter der Gemeindegrenze liegt der National-Park De Groote Peel, ein großes Sumpf- und Moorgebiet.

Joachim Schwedhelm würde es gern sehen, wenn viele Grevenbroicher die künftigen Partner bald kennenlernen. "Wir denken zusammen mit dem Verkehrsverein Grevenbroich darüber nach, Busfahrten nach Peel en Maas zu organisieren", erklärt er.

Quelle: NGZ
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