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Grevenbroich
Zugkollision: Geldstrafe für Lokführer

Grevenbroich: Zugkollision: Geldstrafe für Lokführer
Nach der Kollision der beiden Züge mussten die tonnenschweren Waggons und Lokomotiven mit Autokränen geborgen werden. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Beim Zusammenstoß zweier Kohlezüge im Februar 2015 entstand ein Schaden in Höhe von bis zu 2,5 Millionen. Die Bergung der tonnenschweren Züge dauerte Tage. Ein Lokführer (53) soll mehr als ein Haltesignal übersehen haben. Von Marc Pesch

Mit einer Geldstrafe ist jetzt das Verfahren um ein Zugunglück bei RWE Power in Grevenbroich-Frimmersdorf zu Ende gegangen. Der 53-jährige Lokführer des Unglückszuges wurde per Strafbefehl zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte mehrere Haltesignale missachtet. Bei dem Zugunglück war ein Schaden in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro entstanden.

Laut Ermittlungen war der Lokführer von RWE Power am Tattag im Februar 2015 mit seinem Braunkohlezug im Bereich Frimmersdorf unterwegs gewesen. "Hier kam es nach einiger Zeit zu einer Kollision mit einem anderen Zug", so Gerichtssprecher Martin Alberring. 14 Waggons und eine 140 Tonnen schwere Lok sprangen aus den Schienen, das 7600 PS starke Fahrzeug kippte in die Böschung. Acht der 14 Waggons waren obendrein voll mit Braunkohle beladen. Die beiden Lokführer blieben unverletzt.

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ist sich sicher, dass einer der beiden Lokführer nicht nur ein, sondern gleich zwei Haltesignale übersehen und missachtet hat. Bei dem Zusammenstoß der beiden Züge entstand ein hoher Sachschaden. Die Lokomotiven und Waggons mussten mit 400-Tonnen-Autokränen geborgen werden, die Bergungsarbeiten dauerten Tage. "Laut Anklage wurde der Schaden von RWE auf zwei bis zweieinhalb Millionen Euro beziffert", erläutert Justizsprecher Alberring.

Die Staatsanwaltschaft beantragte anschließend gegen den 53-jährigen Lokführer einen Strafbefehl wegen "Gefährdung des Bahnverkehrs".

Diesen Strafbefehl hat der Mann inzwischen akzeptiert - offenbar sieht er seine Schuld ein, insgesamt muss er jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro bezahlen. Allerdings: "Damit kommt es nicht zu einer öffentlichen Hauptverhandlung am Amtsgericht Grevenbroich, die Sache ist rechtskräftig und damit abgeschlossen", führt der Justizsprecher aus.

Vonseiten seines Arbeitgebers hat der Lokführer zumindest keine weiteren finanziellen Forderungen zu befürchten. Ein Sprecher des Unternehmens hatte bereits im Rahmen der Ermittlungen angekündigt, keine Schadensersatzansprüche gegen den Lokführer geltend machen zu wollen.

Auf der Schiene stellt RWE den Kohlenachschub aus dem Braunkohletagebau für die Kraftwerke in Neurath und in Frimmersdorf sicher. Insgesamt sind alleine in diesem Bereich rund 430 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bewegen alles in allem rund 50 Diesel- und E-Loks innerhalb des rheinischen Braunkohlereviers.

Quelle: NGZ
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