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Grevenbroich
Zum Karrierestart in die Lehre

Grevenbroich: Zum Karrierestart in die Lehre
Und wird es mit der Ausbildung zum Traumjob als Bäcker nichts, sollte der Blick für die Lehrstelle über den Tellerrand gehen. FOTO: dpa
Grevenbroich. Es gibt noch freie Lehrstellen fürs nächste Ausbildungsjahr. Gesucht werden etwa Verwaltungs- und Sportfachleute. Von Valeska von Dolega

40.000 Lehrstellen sind NRW-weit unbesetzt, 52 davon in der Grevenbroich. Das sind elf Stellen mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie die Arbeitsagentur Mönchengladbach, die auch die Geschäftsstelle in Grevenbroich betreut, mitteilt.

Unter den noch unbesetzten Ausbildungsstellen werden vor allem Handelsfachwirte, Kraftfahrzeugmechatroniker, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, Verkäufer, Zahnmedizinsche Fachangestellte sowie Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk wie einer Bäckerei gesucht. Gründe dass junge Leute bislang noch ohne Ausbildungsvertrag sind, gibt es einige, mancher Ausbilder stöhnt über die nicht ausreichenden Abschlusszeugnisse, manch Bewerber ist einfach zu fokussiert auf einen sogenannten Traumjob. Heiß begehrt sind Jobs wie Ausbildungen zum Büromanager oder der medizinischen Fachangestellten - am liebsten direkt um die Ecke vom bisherigen Wohnort. "Wer mobil ist, verbessert seine Erfolgsaussichten", nennen die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit einen Wettbewerbsvorteil. Und auch "Flexibilität bei den Berufswünschen" erhöht die Chancen.

Aspekte, die Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführin in Aus- und Weiterbildung der IHK Mittlerer Niederrhein, bestätigt. "Es ist sehr wichtig, sich breit aufzustellen", betont sie. Zu den "Sahnejobs, also den sehr begehrten", gehören auch diesmal wieder Bewerbungen als Kaufleute im Büromanagement oder als Chemikant. Noch auf ihre Nutzung warten Ausbildungen zum Logistiker, Fachkraft für Metalltechnik oder als Fachkraft für Land- und Baumaschinenmechatroniker. "Alle Ausbildungsangebote sind im Netz zu finden", wer noch nicht fündig wurde, sollte den Blick über den Tellerrand werfen. "Der Berufseinstieg sollte als Chance auf die grundsätzliche Karriere gesehen werden", damit Schulabsolvent und Ausbilder beispielsweise in kleinen und mittleren Unternehmen zueinander finden, gibt es seit zehn Jahren sogenannte Matcher. 70 Ausbildungsplätze queerbeet sind im von ihnen betreuten Angebot - darunter Überraschendes wie die Ausbildung zur Sportfachfrau oder zum Sportfachmann. Auch hier gilt es, nicht bloß eine Neigung zum Beruf zu machen, sondern lernwillig zu sein. In der Beschreibung wird der Pkw-Führerschein vorausgesetzt - "es reicht schon lange nicht mehr, bloß vor Ort zu suchen", weiß Petra Pigerl-Radtke. Die Welt als globales Dorf lockt den Neusser nach Grevenbroich und den Grevenbroicher nach Jüchen. Denn auch die Stiftung Schloss Dyck bildet aus, je nach Bedarf sind das Jobs als Koch fürs hauseigene Restaurant oder beim Gartenmeister Berthold Holzhöfer, "allerdings sind die Posten fürs aktuelle Ausbildungsjahr alle besetzt". So ist es auch bei RWE, wie Sprecher Guido Steffen sagt. In Gustorf ist noch ein Platz für einen künftigen Zerspanungsmechaniker frei. Etwa 100 Azubis sind vor Ort, im kommenden Jahr werden es etwa zehn Ausbildungsplätze mehr sein.

Begehrt sind ebenso Ausbildungsplätze in der Stadtverwaltung, wie Pressesprecherin Ines Hammelstein bestätigt. "Wir stellen bedarfsgerecht ein", skizziert sie. Bis zum 11. August laufen die Online-Verfahren, sich als künftige Verwaltungsfachangestellte, im gehobenen Verwaltungsdienst oder bei der Feuerwehr vorzustellen - für 2018. Auch bei Hydro Aluminium gibt es bereits seit September 2016 keine freien Lehrstellen mehr. "Es ist bei uns alles immer sehr schnell besetzt", weiß Unternehmenssprecher Peter Heimerzheim. Zusammen mit RWE gehört das Unternehmen zu den größten und bekanntesten Arbeitgebern. Jedes Jahr werden neue Azubis gesucht, in "unterschiedlicher Anzahl für unterschiedliche Berufsbilder".

Entsprechend unterschiedlich sind die Voraussetzungen, die Kandidaten mitbringen sollten. "Bei den gewerblich-technischen Ausbildungsplätzen wünschen wir uns mehr weibliche Bewerber", heißt es für die Zukunft. In Richtung Industrie 4.0 ist noch einiges zu tun.

Quelle: NGZ
 
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