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Haan
Ackerland wird Technologiepark

Haan: Ackerland wird Technologiepark
Das Grün auf diesem Winterbild ist inzwischen zu einem wogenden Weizenfeld gereift. Bald dürften auf dem Areal - im Hintergrund die Siedlung Windfoche - die ersten Bagger anrollen. FOTO: Ralf Geraedts
Haan. Für den zweiten Bauabschnitt des Technologieparks hat der Stadtrat dem Verkauf einer ersten Parzelle an einen Investor zugestimmt. Von Ralf Geraedts

Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat am Dienstagabend den Bebauungsplan Nr. 168 als Satzung. Damit steht der Verwirklichung des zweiten Bauabschnitts des Technologieparks Haan nichts mehr im Wege. Im nichtöffentlichen Teil dann erhielt Bürgermeisterin Bettina Warnecke die Erlaubnis, den Kaufvertrag für eine erste Parzelle zu unterzeichnen. Noch im Sommer soll das Grundstücksgeschäft abgewickelt werden. Die Stadtverordneten wissen, um welches Unternehmen es sich handelt - die Firma stellte sich bei der Beratung im Wirtschaftsförderungsausschuss vor. Die Bürgermeisterin ließ sich gestern nicht einmal eine Andeutung entlocken. Nur so viel: Das Unternehmen passe zum Technologiepark. Es kommt von außerhalb.

Der Satzungsbeschluss gegen die Stimmen von GAL und WLH bringt jetzt auch Arbeit für das Tiefbauamt. Denn dort muss der Bau der Erschließungsstraße vorbereitet werden. Nach bisherigen Plänen soll es eine Verbindung zwischen dem Kreisverkehr Gruitener Straße/K20n und der Niederbergischen Allee südlich vom Amada-Gelände geben.

Seit die Stadt Haan das Artenschutz-Problem gelöst hat, indem Ausweichflächen für den früher im Bereich Kriekhausen brütenden Kiebitz bei Wülfrath gesichert wurden, gebe es Unternehmen, die ernsthaft Interesse an einem Technologiepark-Gelände haben, berichtete die Bürgermeisterin.

In der Ratssitzung am Dienstagabend erklärte Andreas Rehm, die GAL halte die Technologiepark-Entscheidung für falsch. Der Rat habe innerhalb eines Jahrzehnts alle möglichen freien Gewerbeflächen größeren Ausmaßes an den Markt gebracht. "Was machen die kommenden Generationen?" Bestes Ackerland sei für immer verloren. Es bleibe abzuwarten, ob die Gewerbesteuer irgendwann sprudeln werde. Die Umgehungsstraße nehme den Anwohnern der Millrather Straße zwar die Hälfte des heutigen Verkehrs. Im Gegenzug aber setze man den Bürgern ein Gewerbegebiet vor die Nase.

2008 begann die Erschließung des großen Gewerbegebiets südlich der Millrather Straße. Angesiedelt sind im ersten Bauabschnitt die Firmen der Amada-Gruppe, Unternehmen der Verder-Gruppe und Eduard Kronenberg. Gerade errichtet die Solinger Firma Staubes Schneidtechnik einen Neubau. Seit 2012 gibt es den Grünzug entlang der Millrather Straße. Im vorigen Jahr wurde die Niederbergische Allee endgültig ausgebaut.

Vor einigen Jahren hatte die Stadt den Bebauungsplan vorangetrieben, als der Automobil-Zulieferer Johnson Controls Interesse am Erwerb der gesamten Fläche zeigte. Der Investor sprang aber ab. Deshalb wurde der Plan in seiner jetzt beschlossenen Form überarbeitet.

Quelle: RP
 
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