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Analyse
Basketball-Antrag irritiert Jugendliche

Analyse: Basketball-Antrag irritiert Jugendliche
FOTO: Ralf Hohl
Haan. Die CDU will ein Spielgerät für junge Leute aufstellen lassen. Die aber wollen selbst entscheiden. Von Alexandra Rüttgen

Der Antrag der CDU, für die Jugendlichen in Haan einen Streetbasketball-Korb aufstellen zu lassen, löst Irritationen aus. Für die Christdemokraten sei ein solcher Korb im Schillerpark oder dem Bachtal "ein geeigneter Ort, um sportliche Aktivität mit sinnvollen Treffen zu verbinden", schrieb CDU-Fraktionschef Jens Lemke in seinem Antrag. Doch Meike Lukat, Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH), hat nun ebenfalls für den Bildungsausschuss am 10. Juni einen Antrag gestellt, in dem sie fordert, den CDU-Antrag wieder von der Tagesordnung nehmen zu lassen. Begründung: Er sei "entgegen der Vereinbarung mit dem Jugendparlament". Das Jugendparlament ist indes mit beidem nicht besonders glücklich: "Die Jugendlichen möchten nicht zwischen die Fronten einer Auseinandersetzung zweier Fraktionen geraten, sondern wünschen sich, das eigene Vorhaben mit möglichst großer Rückendeckung der Politik vorantreiben zu können", sagt Daniel Oelbracht, Koordinator des Jugendparlaments.

Rückblende. Es ist das erste richtig große Projekt des Haaner Jugendparlaments: In Umfragen wollen seine Mitglieder herausfinden, wie die Stadt Haan aus Sicht junger Menschen noch attraktiver gemacht werden kann. Zunächst konnten sich Jugendliche während einer Kinder- und Jugenddisco im Gymnasium äußern. Es antworteten 68 Mädchen und Jungen zwischen acht und 16 Jahren. Dabei stellte sich heraus, dass sich die jungen Menschen in Haan einen Treffpunkt wünschen. Ideal sei das Bachtal. Dort könnte ein bereits bestehender Spielplatz ausgebaut werden. Auch eine Überdachung im Schillerpark und eine Fläche zum Skaten auf dem Vorplatz des Hallenbades stehen auf der Wunschliste.

Um ein noch vollständigeres Meinungsbild zu erhalten, wurde die Befragung nun an den weiterführenden Schulen fortgesetzt. 400 Jugendliche haben sich geäußert. "Das ist fundierte Arbeit der Jugendlichen, um die Standortfrage zu klären", sagt Oelbracht. Er sei nicht sicher, "ob es zielführend ist, wenn mit der CDU und dem Jugendparlament von zwei Seiten an ein solches Projekt herangegangen wird".

Oelbracht befürchtet, dass sich die Mitglieder des Jugendparlaments "vor den Kopf gestoßen fühlen könnten", wenn eine Fraktion ihnen mit ihrem Antrag zuvorkomme - "zumal die Ideen des Parlaments auf ein umfassenderes Konzept für mehrere neue Jugendtreffpunkte abzielt und entsprechend geplant wird." Schon einmal hatte es Irritationen gegeben, als Politiker anlässlich dieses Projekts an einer Ortsbesichtigung teilnahmen, die eigentlich Vertreter des Jugendparlaments informieren sollte, und davon ein Protokoll veröffentlicht wurde.

Quelle: RP
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