| 14.12 Uhr

Haan
Bürgermeister-Bewerber im Praxistest

Haan: Bürgermeister-Bewerber im Praxistest
Haan: Bürgermeister-Bewerber im Praxistest FOTO: Staschik, Olaf
Haan. In jeweils 50 Fragen mussten die Kandidaten Schlagfertigkeit beweisen. Später waren repräsentative Aufgaben zu lösen.

Aktiv und mit Kompetenz

Bettina Warnecke konnte im Bürgermeister-Schnellcheck innerhalb der vorgegebenen fünf Minuten 42 von 50 Fragen beantworten und zeigte sich souverän. Sie braucht nur 15 Minuten im Bad, geht gerne Joggen, trinkt lieber Kaffee als Tee und wollte als Kind noch Geigerin werden. Die promovierte Verwaltungswissenschaftlerin Warnecke möchte Haan als Bürgermeisterin aktiv nach vorne bringen. Dafür würde sie in ihrer ersten Amtshandlung mal mit der Verwaltung sprechen wollen, wo für sie wohl einiges im Argen liegt. Angela Merkel bekäme von ihr übrigens einen Shopping-Gutschein zu Weihnachten – für diese Portion Humor bekam sie zustimmendes Gelächter vom Publikum. Geduld sei nicht ihre Stärke, dafür aber Kompetenz, die für sie wichtigste Eigenschaft einer Bürgermeisterin ist. Und Haan? Haan sei ein toller Ort, so Warnecke. Sie genießt die Stadt am Liebsten auf dem Alten Markt und vor allem der Haaner Sommer mit Sand, Strand und netten Leuten hat es ihr angetan

Bürgermeister Knut vom Bovert im Praxistest

Aufbruch und Veränderung

Jörg Dürr hat es bis Frage 42 geschafft. Dabei ließ er allerdings zwei Fragen unbeantwortet: Wem er nicht in der Sauna begegnen wolle und was er an sich selbst nicht mag wollte er nicht preisgeben. Als Bürgermeister wolle er für einen Aufbruch sorgen und die notwendigen Veränderungen für die Stadt Haan angehen. Zusammenfügen und moderieren, das seien dann die wichtigsten Aufgaben. Als Verwaltungschef sei er kollegial und offen. Als Enkel eines Bankers könne er als stellvertretender Referatsleiter gut mit Geld umgehen. Nach eigener Aussage spricht Dürr vier Fremdsprachen: Schwedisch, Englisch, Französisch und Holländisch. Leibspeise des 58-Jährigen ist Kohlrabi mit Kartoffeln und Bratwurst. Um das wieder abzutrainieren, macht er Kraftsport und geht Joggen. An Haan sei besonders schön, dass es so klein ist, dass man viele Leute kennt. Gleichzeitig sei es aber groß genug, um sich nicht gegenseitig in die Töpfe zu gucken. Und wo genießt er das kleine große Haan? Auf dem Alten Markt.

100 Prozent Einsatz

Meike Lukat legte eine neue Bestmarke vor und beantwortete 45 der 50 Fragen – und wirkte dabei immer überlegt. Einen Marathon würde sie niemals laufen, Unehrlichkeit kann sie überhaupt nicht leiden, auf der Haaner Kirmes geht sie immer ins Gruselschloss. Und Zeit zum Lesen hat sie gar nicht. Als Bürgermeisterin möchte sich Meike Lukat zu 100 Prozent für die Stadt Haan und ihre Bewohner einsetzen. Die Verwaltung sieht sie zwar gut aufgestellt, das Rathaus könne noch besser und unter ihrer Führung top werden. Große Zustimmung mit Applaus vom Publikum bekam die Hauptkommissarin auf ihre schlagfertige Antwort zu einer eventuellen Stichwahl: Egal gegen wen, Hauptsache rein. Ebenso schlagfertig: Mit dem Bürgermeister würde sie nicht nur einen Tag tauschen wollen, sondern gleich für viele. Wieder Applaus. Auch dass die Haaner Innenstadt stark verbesserungswürdig sei, bestätigten einige Gäste aus dem Publikum mit vereinzelten Ja-Stimmen.

Ganz entspannt zur Wiederwahl?

Knut vom Bovert konnte 44 Fragen beantworten und war dabei angeblich nicht mal nervös. Der amtierende Bürgermeister konnte sich so manchen kleinen Witz nicht verkneifen. So spare Haan in Zukunft vor allem Geld, wenn er noch eine Amtszeit Bürgermeister bliebe – nämlich seine Pension. Auf eine einsame Insel nähme er ein Wellnesshotel mit und würde am Liebsten mal einen Tag mit seiner Frau tauschen. Ach ja, und kochen würde er nie, höchstens vor Empörung. In ernsterem Modus stellte der gelernte Rechtsanwalt keine schnelle Sanierung der Schillerstraße in Aussicht und machte dennoch klar warum er aus seiner Sicht Bürgermeister bleiben sollte: Weil er von der Verwaltung und der Bevölkerung darum gebeten würde und die derzeitigen Probleme von einem seiner möglichen Nachfolger wohl nicht zu stemmen wären. In Haan mag er vor allem den Haaner Sommer, weil dort Menschen verschiedener Mentalitäten zusammenkämen und gut unterhalten würde

Als Alternative zum Beamtentum

Gabriele Haage bildete mit nur 31 beantworteten Fragen das Schlusslicht. Sie gab sich locker, überlegte aber länger und war wenig schlagfertig. Bürgermeisterin wolle sie werden, da sie als Volkswirtin und selbstständige Kleinunternehmerin eine Alternative für das Rathaus darstellen würde. Außerdem wolle sie den Menschen der Stadt etwas zurückgeben. An Haan gefällt der zweifachen Mutter der gute Zusammenhalt der Einwohner. Sie selbst ist vielseitig im Stadtleben engagiert, beispielsweise für den Haaner Sommer, und findet es traurig, dass das ehrenamtliche Engagement Vieler nicht ausreichend wertgeschätzt würde. Für Unternehmen sieht die 53-Jährige in Haan viel Potenzial. Im Online-Shopping scheint Haage nicht sonderlich versiert, hat aber wohl schon einmal einen Stecker dort bestellt. Sie lässt sich ins Private schauen: Auf ihrem Nachttisch zum Beispiel steht ein Pflege-Lippenstift und ein Nasenspray gegen ihre Allergie.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Haan: Bürgermeister-Bewerber im Praxistest


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.