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Gruiten
Bürgersaal begeistert die Gäste

Gruiten: Bürgersaal begeistert die Gäste
Hell und freundlich ist der neue Bürgersaal gestaltet. Raumhohe Fenster öffnen den Blick auf die Düssel. Unser Bild zeigt von rechts Trägervereins-Vorsitzenden Patrick Kampmann, Bürgermeisterin Bettina Warnecke, stellvertretenden Landrat Ernst Buddenberg und Architekt Wolfgang Wahle. FOTO: Olaf Staschik
Gruiten. Der Trägerverein Gruitener Bürgersaal nahm den neuen Treffpunkt im historischen Dorf in Betrieb. Von Ralf Geraedts

Viele hatten in den letzten Monaten schon neugierig in die Baustelle gelugt. Den innen völlig neuen Bürgersaal aber hatten die wenigsten vor der gestrigen Einweihung gesehen. Die Gäste waren begeistert - von der hellen Atmosphäre, von der neuen Raumaufteilung, von der kleinen Bühne - und vom Blick durch raumhohe Fenster auf die Düssel. Bürgermeisterin Bettina Warnecke schnitt das symbolische Band am Eingang durch, Pfarrer Dr. Reiner Nieswandt sprach später ein Gebet und versprengte etwas Weihwasser.

Vorsitzender Patrick Kampmann blätterte in der Geschichte des Pfarrsaals: Ganz früher der Abort des Wiedenhofes, danach eine Holzhalle für Handball, Kino, Tanzen und Feiern. Ab 1975 in Stein gemauert. Hans-Joachim Friebe erinnerte sich an zwei Dinge: 1946 als Flüchtlingsjunge war er dort untergebracht; wo sich heute der neue Eingang befindet, gab's damals Steckrübengerichte aus der Gulaschkanone. Und der Torjubel bei der Fernsehübertragung des Fußball-Weltmeisterschaftsfinales 1954 hätte den Holzbau erzittern lassen.

Marita Bruns, Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Gruiten, ist froh, zwei Termine - Basar am 22. November und Weihnachtsfeier am 10. Dezember - ergattert zu haben. Und Angelika Ahrweiler macht sich schon erste Gedanken, "wie wir in diesem schönen Saal Pfarrkarneval feiern" - am Altweibertag 2017. SPD-Vorsitzender Jens Niklaus konnte sich Filmabende vorstellen.

CDU-Vorsitzender Jens Lemke sagte, die ersten Gedanken zu einem neuen Konzept für den Pfarrsaal habe es Ende 2006 gegeben. Eine erste Schätzung aus 2011 schloss mit 475.000 Euro Sanierungskosten ab. Erst die im Mai 2013 vom Stadtrat beschlossene Anschubfinanzierung von 436.000 Euro (das war die Reparaturrücklage für das im Februar 2012 geschlossene Bürgerhaus) brachte alles ins Rollen: Im November 2013 hatten Kampmann und seine Vorstandskollegen vom Trägerverein den Mitgliedern und der Öffentlichkeit das Projekt vorgestellt. Ein Jahr später lag die Baugenehmigung vor, danach mussten noch einige Grundstücksfragen geregelt und der Erbbaurechtsvertrag mit der katholischen Kirchengemeinde geschlossen werden. Im April 2015 bereitete der Trägerverein in Eigenarbeit den Einsatz der Handwerker vor.

550 000 Euro hat die von Wolfgang Wahle geplante Kernsanierung gekostet. Viele örtliche Firmen, aber auch Bürger haben mit ihrer Arbeit und durch Spenden geholfen. Patrick Kampmann dankte für diese "Gruitener Solidarität". Darauf setzt er weiter - unter anderem bei der Fütterung von Sparschwein Flora.

Quelle: RP
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