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Gruiten
Bürgersaal eröffnet den Blick auf die Düssel

Gruiten: Bürgersaal eröffnet den Blick auf die Düssel
Patrick Kampmann bei der Baustellen-Führung. Die Rückfront des Bürgersaals ist in Grau und Grün gestaltet. Raumhohe Türen öffnen den Saal zur Düssel hin. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Gruiten. Momentan werkeln im alten Pfarrsaal St. Nikolaus die Trockenbauer. Im Sommer will der Förderverein den kernsanierten Saal eröffnen. Von Ralf Geraedts

Wenn demnächst alte Gruitener in den neuen Bürgersaal in Gruiten Dorf kommen, wird sich ihnen ein Bild bieten, wie es zuletzt Anfang der 1970er Jahre zu sehen war. Denn nach Öffnung der seitlichen Saalwand geben raumhohe Türelemente den Blick frei auf die Düssel, die unmittelbar hinter dem früheren Pfarrsaal St. Nikolaus vorbeigluckert. Der Saal selbst ist schon jetzt nicht mehr wiederzuerkennen.

Noch ist für die Handwerker eine Menge zu tun. Trockenbauer bringen gerade 18 Zentimeter starke Dämmmatten im Dachstuhl unter. Darunter wird die Decke mit Gipskarton verkleidet, in den eine moderne LED-Beleuchtung eingebaut wird. Durch die Ansteuerung der modernen Lichtelemente soll es sowohl heimelig alsauch - etwa für Tagungen - eher nüchtern hell sein können im Saal.

Handwerker dämmen derzeit die Saaldecke. FOTO: Olaf Staschik

Durch einen Glaserker unter dem neu gedeckten Dach gelangen Besucher künftig an der Stelle in den Saal, wo früher die Garderobe war. Durch den alten Eingang geht es nunmehr in die Küche und den Kühllager-Bereich. "Im Saal werden Bühne und Stuhllager sowie der Thekenbereich um sechs Grad gedreht, was den großen Raum nicht mehr rechteckig und damit gemütlicher aussehen lässt", weist Patrick Kampmann, Vorsitzender des Trägervereins Gruitener Bürgersaal auf den architektonischen Kniff hin, mit dem die Planungsgruppe Düsselthal die Raumwirkung verbessert. Noch ist der alte Steinboden zu sehen. Später werden farblich attraktive Bodenbeläge ausgelegt.

Wann ist die Eröffnung geplant? "Die wird im Sommer sein", sagt Kampmann. Derzeit ist aber noch unklar, ob ein Termin noch im Juni realisierbar ist. "Wir hatten gedacht, deutlich früher fertig zu werden, aber es gab mehrere Dinge, die viel Zeit gekostet haben." Allein der Weg bis zum Start des Vorhabens hat rund anderthalb Jahre gedauert.

Der neue Saal ist für die Nutzung durch 114 Personen baurechtlich zugelassen. Damit wird unter anderem Rücksicht darauf genommen, dass der Bürgersaal mitten im Wohngebiet liegt. Vereine und Firmen, Privatleute und Institutionen können künftig den Saal mieten. Das nötige Catering kann vermittelt werden. Entsprechende Küchenräume sind vorhanden, allerdings keine eigene Küche für den Saal. Denn dann wäre der Aufwand für Lüftung und Kanalisation ungleich größer und teurer gewesen.

Die Pfarrgemeinde St. Chrysanthus und Daria, die den Saal für 60 Jahre per Erbpacht an den Trägerverein übergeben hat und auch die Stadt Haan, die 436.000 Euro aus der früheren Reparaturrücklage für das seit Jahren geschlossene Bürgerhaus bereitgestellt hat, haben sich den Saal für bestimmte Veranstaltungen reserviert.

"Wir brauchen rund 100 Veranstaltungen im Jahr", überschlägt Patrick Kampmann, um die fixen Kosten zu decken. Was die Miete kosten wir, das muss noch genau durchgerechnet werden. Mit dem Bürgersaal wird es keine eigene Gastronomie im Dorf geben. Sollte im benachbarten Wiedenhof einmal wieder eine Gaststätte eröffnen, wäre der Verein bereit zur Kooperation. Allerdings könnte der Saal nicht komplett weitervermietet werden. "Unsere Aufgabe ist es, für die Vereine dazusein", betont Kampmann.

Quelle: RP
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