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Haan
Bürgerverein treibt Integration voran

Haan. 38 ehrenamtliche Kräfte kümmern sich um die Flüchtlinge auf dem ehemaligen Rockwell-Gelände. Von Alexander Riedel

Gut sortiert stehen die Fahrräder auf dem ehemaligen Rockwell-Firmengelände in Gruiten. Das war nicht immer so, wie Norbert Pauluweit berichtet: "Anfangs lagen die oft auf dem Boden herum." Doch die Stadt stellte Halterungen zur Verfügung. Und noch eine Neuerung hat sich bewährt: "Seit jeder einen Obolus von zehn Euro pro Rad zahlt, gehen alle sehr sorgsam mit ihnen um, schließlich sind sie ja ihr Eigentum." Pauluweit betreibt in der Flüchtlingsunterkunft an der Düsselberger Straße die Fahrradwerkstatt. "Ich repariere ausrangierte Räder gemeinsam mit den Flüchtlingen und gebe sie an die Bewohner ab, damit die etwas mobiler sind." Der 71-Jährige ist einer von 38 ehrenamtlichen Kräften, die sich in der Einrichtung um die vor Krieg und Verfolgung Geflohenen kümmern. "Hinzu kommen weitere 36 Personen, die bei bestimmten Projekten helfen, etwa bei Umzügen in Privatwohnungen", erklärt Frauke Heiden-Ziegert. Sie ist nicht nur Ehrenamtsbegleiterin der Flüchtlingshilfe bei der Caritas, sondern auch Vorstandsmitglied im Bürger- und Verkehrs-Verein (BVV) Gruiten. Der stellte vor einem Jahr ein breites Netzwerk aus Ehrenamtlern für die Flüchtlingshilfe zusammen, nachdem die Stadt Haan das Firmengelände erworben und als Unterkunft hergerichtet hatte. "Wir sind sehr stolz auf das Erreichte", resümiert der Vereinsvorsitzende Wolfgang Stötzner. Mit Recht, wie Dagmar Formella, erste Beigeordnete der Stadt Haan, betont: "Wir werden auch künftige Aufgaben nur in gemeinsamer Arbeit zwischen Verwaltung und Ehrenamtlern bewältigen können." Um verschiedene Initiativen zu vernetzen, will die Stadt einen festen Flüchtlingskoordinator einstellen und mit einer halben Stelle ausstatten, die derzeit nur kommissarisch belegt ist.

70 weitere Flüchtlinge erwartet Haan laut Formella ab Mai. 136 Menschen leben aktuell an der Düsselberger Straße. Ihnen will das Netzwerk des BVV unabhängig von ihrem vielfach ungeklärten Aufenthaltsstatus die Möglichkeit bieten, sich in der neuen Umgebung gut zurechtzufinden - mit Vorschulangeboten für Kinder ohne Kindergartenplatz, einer Nähwerkstatt, Aktionstagen und Sprachkursen. Deren Schüler sollen bald auch Zugang zu Online-Lernprogrammen haben. Die Postbank fördert die spezielle Ausrüstung. Was die Ehrenamtler antreibt? "Ein gutes Gefühl", sagen Anno und Anne Schmitz. Das Ehepaar betreut an zwei Tagen pro Woche einen Alphabetisierungskurs.

Quelle: RP
 
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