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Haan
Choreografin macht Körper beweglich

Haan. Karin Quack hat über Jahre eine Trainingsmethode entwickelt, die ganz auf sanfte Muskelarbeit setzt und zu einem schmerzfreien Leben führen kann. Von Ralf Geraedts

16 Jahre ist es her, dass Karin Quack ihre Ballettschule an Corina Bob verkaufte. Doch nach wie vor prägt Bewegung das Leben der erfahrenen Ballettpädagogin. "Ich will die Menschen stark machen", hat sie beschlossen. Im persönlichen Umfeld hörte sie immer wieder Klagen über schmerzende Gelenke oder Rückenbeschwerden. Bei Spaziergängen beobachtete sie ältere Menschen, die am Rollator laufen. Und sie überlegte, wie Probleme gelindert oder gar beseitigt werden könnten. Nach Jahren des Tüftelns hat sie jetzt eine DVD produziert, mit der die Trainingsmethode selbstständig erlernt werden kann. Zu Beginn empfiehlt Karin Quack einige Stunden, in denen ÜbungsGrundlagen vermittelt werden.

"Quarens-Energie" hat Karin Quack ihr Programm genannt. Was lateinisch anmutet, ist ein Kunstwort: "Quarens" ist gebildet aus ihrem Familien- und Geburtsnamen. Die Trainingseinheit dauert gut 50 Minuten, hat keine Pausen und Unterbrechungen. Geübt wird auf einer relativ kleinen Flächen (ein Durchmesser von etwa 1,80 Meter reicht), ganz ohne Hilfsmittel. Sanfte Muskelarbeit bei Musik steht im Vordergrund. Ziel ist es, die Flexibiltät von Muskeln, Sehnen und Bändern aufrechtzuerhalten sowie die Körperhaltung zu verbessern. Das Besondere: "Durch die bewusste Kontrolle aller Muskelbewegungen entsteht eine Balance zwischen Körper und Geist", sagt Karin Quack

Um zu erkennen, wo sie anfangen müsse, trainierte Karin Quack eine längere Zeit gar nicht. Und dann stellte sich bei ihr ein Zwacken hier und Zwicken dort ein. Als Choreografin war es stets ihre Aufgabe, Lösungen zu finden. Und so arbeitete sie auch bei sich und an ihrem Training. Testete aus, wo gymnastische Übungen was bewirken und arbeitete sich so durch die Muskelstränge und das Sehnengeflecht, erreichte Faszien und stimulierte Nerven.

Auch Pilates oder Yoga zählen zum Gesund-Sport - wodurch unterscheidet sich "Quarens-Energie"? Bei diesen Übungsprogrammen werde meist die Parallelposition eingenommen, erläutert Quack und empfiehlt als Tänzerin beispielhaft einen Selbstversuch: Stelle man im Stand die Füße parallel auf den Boden, gebe es im Körper und in der Gesäß- und Oberschenkel-Muskulatur viel weniger Spannung, als würden die Füße nach außen gedreht.

Dabei seien es auch seitlich gerichtete oder kreisende Bewegungen, die wichtige Impulse geben. Blieben sie aus und komme es dadurch zu Degeneration, dann bleibe dem Körper gar nichts anderes übrig, als sich zu verändern, beschreibt Karin Quack die möglicherweise schmerzhafte Folge fehlender oder falscher Bewegung.

Aber auch ein Zuviel an Training sei nicht gut. Sie ist überzeugt, dass mancher Leistungssportler übertrainiert ist und durch ausgleichende Präventionsübungen auch manche Verletzung ausbleiben kann. Fußball-Bundesligisten wie Bayer Leverkusen haben das inzwischen erkannt und setzen Fitnesstrainer, Rehatrainer und Bewegungstrainer ein. Regelmäßig werden die Profikicker ins Ohrläppchen gepikst, um aus den Blutwerten Rückschlüsse auf Trainingsumfang und -belastung ziehen zu können. In seiner vielbeachteten Studie "Elite Injury Study" hat der europäische Fußballverbandes Uefa seit 2001 fast 17.000 Verletzungen erfasst und ausgewertet. Es zeigte sich dabei ein eindeutiger Trend. Führten früher besonders Knöchelverletzungen zu Zwangspausen, sind es heute vor allem muskuläre Beschwerden.

Infos unter Telefon 02129 344300

Quelle: RP
 
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