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Haan
Dank und Respekt für Knut vom Bovert

Haan: Dank und Respekt für Knut vom Bovert
Links: Knut vom Bovert mit Friedhelm Kohl (r.) 2004 bei seinem Amtsantritt. Rechtes Foto: Vom Bovert gratuliert seiner Nachfolgerin am Wahlabend. FOTO: jd-/ola
Haan. Sein Abschied an seinem letzten Tag heute wird im kleinen Kreis stattfinden. Doch weitaus mehr Wegbegleiter sind Bürgermeister Knut vom Bovert dankbar für sein Engagement. Von Alexandra Rüttgen und Ralf Geraedts

Als es darum ging, gestern Abend die Flüchtlinge im Erstaufnahmelager an der Adlerstraße zu begrüßen, da waren beide zur Stelle: Bürgermeister Knut vom Bovert, dessen Amtszeit mit dem heutigen Tage ausläuft, und seine Nachfolgerin Bettina Warnecke, die morgen ihr Amt antritt. Beide haben sich darauf geeinigt, die Ankömmlinge gemeinsam zu begrüßen. "Wir haben uns eine Stunde lang auf einen Kaffee getroffen und unterhalten", erzählt Warnecke. Aus diesem Gespräch weiß sie, dass sie ihren Vorgänger künftig jederzeit um Rat fragen kann. Eine offizielle Amtsübergabe wird es indes nicht geben: Vom Bovert will das Rathaus offenbar ohne besonderes Aufhebens verlassen. Eine interne Abschiedsfeier der Stadtverwaltung ist für heute Nachmittag angesetzt.

Damit endet seine elfjährige Amtszeit eher im Stillen. Vom Bovert, der im Dezember sein 66. Lebensjahr vollendet, war nie ein Mann der lauten Töne. In den Ansprachen bei seinen Neujahrsempfängen fand er regelmäßig deutliche und auch mahnende Worte. Vor allem zu den schon seit Jahren angespannten Stadtfinanzen. Aber seine Appelle zum Sparen passten allzu oft nicht ins Konzept der Stadtratsfraktionen. Und strategische Anstöße des Bürgermeisters blieben später in Arbeitskreisen und langwierigen Diskussionen stecken. So stand der Parteilose vielfach allein und musste Mehrheitsbeschlüsse umsetzen. In der "Ära vom Bovert" wurde eine Menge umgesetzt: Ob der erste Abschnitt des Technologieparks, der Neubau von Bauhof, Feuerwache, Musikschule/Grundschule Mittelhaan, die Sanierung der Sporthallen oder die Erweiterung der Stadtbücherei. Verwaltungsintern wurden Ämter neu zugeschnitten - und damit auch die Personalstruktur teilweise geändert. Mit vom Bovert kam auch ein Computer auf den Bürgermeister-Schreibtisch. Nur die 2004 schon "antike" Telefonanlage im Rathaus ist heute immer noch in Funktion.

Langjährige Wegbegleiter zollen dem scheidenden Bürgermeister Respekt. "In den elf Jahren hat sich Herr vom Bovert stets für seine Heimatstadt eingesetzt", sagt CDU-Fraktionschef Jens Lemke. "Er war immer sehr an sachlichen Problemlösungen interessiert. Wir wünschen ihm für seinen Unruhestand alles Gute", so Lemke. Das wünscht auch Meike Lukat: "2004 ist Knut vom Bovert als Haaner für Haan mit viel Enthusiasmus und dem Glauben angetreten, als Volljurist mit Moderationsfähigkeiten Änderungen schnell herbeizuführen - und wurde dann immer wieder von der Realität eingeholt, denn ein Seiteneinstieg in die Kommunalpolitik und das Amt ist sehr schwer", sagt Meike Lukat (WLH). "Auch wenn ich in den vergangenen Jahren oft unterschiedlicher Meinung war und dies im Rat und den Ausschüssen heftig diskutierte, schätzte ich immer seine Verbundenheit mit der Stadt Haan", sagt Lukat. Das betont auch Petra Lerch (GAL): "Herr vom Bovert kann auf eine erlebnis- und ereignisreiche Zeit zurückblicken, in der uns allen deutlich wurde, dass er immer nur das Beste für Haan wollte, auch wenn das nicht immer mit unseren Vorstellungen übereinstimmte." Auch SPD-Fraktionschef Bernd Stracke erinnert sich daran, "dass wir manchen Strauß ausgefochten haben, aber das war immer zum Wohle der Stadt." Vom Bovert habe als - zumal parteiloser - Bürgermeister "nicht immer auf seiner Meinung beharrt, sondern sich auch für Themen wie zum Beispiel die Gesamtschule geöffnet". Ähnlich sieht es Michael Ruppert (FDP): "Auch wenn wir nicht in allen Fragen immer derselben Auffassung waren, so müssen wir dem scheidenden Bürgermeister doch unseren Respekt zollen für all das, was in seiner Amtszeit in einem teils schwierigen Umfeld entstanden ist: Knut vom Bovert hat sich um seine Heimatstadt Haan verdient gemacht."

Quelle: RP
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