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Haan
Das Hallenbad ist fast runderneuert

Haan: Das Hallenbad ist fast runderneuert
Ralf Schlichting gehört zu den Handwerkern, die im Haaner Bad keine Kachel auf der anderen ließen. 220 000 Euro hat der dritte und letzte Sanierungsabschnitt des Haaner Hallenbads gekostet. FOTO: Ralph Matzerath
Haan. Am 10. August öffnet Schwimmbad wieder: Über drei Jahre wurden 920 000 Euro in die Instandhaltung investiert. Von Dirk Neubauer

Ein Bad, in dem es tropft, ist kaputt. Da gibt es für Gebäudemanager Peter Fels kein Vertun, vor allem wenn es sich dabei um die 750 000 Liter fassende, also mit Abstand größte Badewanne der Stadt handelt. Deshalb muss nun Fliesenleger Ralf Schlichting ran. Sorgfältig drückt er eine graue Gummidichtung in die Dehnfuge in der Mitte des 25-Meter Beckens.

Hier hatten Bauarbeiter tagelang nach dem Grund für das ewige Tropfen im Schwimmbadkeller gefahndet und waren auf poröses Styropor-Material als völlig ungeeignete Füllmasse gestoßen. "Aus meiner Sicht war das Pfusch am Bau - das konnte ja gar nicht dicht sein", sagt Fels. Nun ist es repariert. So wie die 20 Spindtüren, die Schäden in der Außenfassade und auf einem Teil des Flachdachs, die Steuerung der Chlorgasanlage und die vielen anderen Kleinigkeiten: Am 10. August wird das Haaner Schwimmbad sauberer, schöner und besser aus seiner sechswöchigen Sommerpause zurückkehren. Ein Wermutstropfen: Der Austausch der Beleuchtung wird bis Oktober im laufenden Betrieb passieren müssen. Der Hersteller der LED-Lampen hatte einen Ferienmonat eingelegt.

220 000 Euro hat der dritte und letzte Sanierungsabschnitt des Haaner Hallenbads gekostet. Die gesamte, dreijährige Instandhaltung schlug mit 920 000 Euro zu Buche. Mit Hilfe dieser Investition sollte das Haaner Bad fit gemacht werden für weitere zwei Jahrzehnte. Es ist 42 Jahre alt - und die durchschnittliche Lebensdauer von städtischen Bädern beträgt rund 60 Jahre. An guten Tagen steigen hier bis 500 Schwimmer ins Wasser. "Wir sind froh, wenn der normale Bäderbetrieb wieder losgeht", sagen Christoffer Egert und Sarah Morche. Nicht, dass der Meister und die Fachangestellte für Bäderbetriebe den zurückliegenden Putzmarathon verflucht hätten - die Kacheln auf dem Fußboden und an den Wänden glänzen. Aber so ein Badebetrieb ist für die zwölf Bad-Beschäftigten in zwei Schichten ungleich spannender. Drei Tage dauert es allein, um das große Becken wieder mit Wasser zu füllen.

Denn es geht ja nicht nur darum, für Ordnung auf den fünf 25-Meter-Bahnen zu sorgen. Wenn früh am Morgen die Scheiben des Hallenbades beschlagen sind, weiß Egert, dass Heizung oder Lüftung nachreguliert werden müssen. Mindestens drei Mal am Tag prüfen er und seine Kollegen die Güte und Zusammensetzung des Wasser. Einmal pro Monat erscheint unangekündigt ein Hygieniker zur Kontrolle von Bademeisters Tagwerk.

Egert und Morche wünschen sich von der neuen Badsaison eins: "Es wäre schön, wenn wir zuverlässig wüssten, wohin wir gehören." Ob das Bad bei der Stadt bleibt - oder zu den Stadtwerken kommt, wird von der Haaner Politik seit langem diskutiert. Die Pensionäre, die morgens um 7 Uhr auf die Badöffnung warten, die Schulen mit ihrem Schwimmunterricht, die Sportler beim Aquajoggen und der Gymnastik im Lehrschwimmbecken - sie alle möchten eines: ihr Haaner Hallenbad nicht missen.

Quelle: RP
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