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Haan
Das Jugendcafé-Team arbeitet sich ein

Haan. Nach drei Wochen Betrieb steckt das Projekt noch in der Startphase. Aber so manches ist schon ins Rollen geraten. Von Cristina Segovia-Buendia

Es ist ruhig im kleinen, beschaulichen Jugendcafé (Juca). Zentral gelegen an der Bushaltestelle Markt, wirkt das ehemalige Eisgeschäft an der Kaiserstraße 55 wie eine kleine Entspannungsoase: Durch die große Schaufensterfront kann man die Passanten beobachten, wie sie vorbeihuschen oder an der Haltestelle auf ihren Bus warten. Im Inneren des Cafés sind die Wände noch recht kahl, dafür sieht es auf den kleinen, wackeligen Tischen hübsch aus: Dezenter Grünschmuck sorgt für ein heimeliges Gefühl. Es erinnert ein bisschen an die Wohn- und Essküche einer kreativen Studenten-WG.

Zwei Frauen mit einem Kleinkind betreten das Café, begrüßen die vier Jugendlichen hinter der Theke, die sich freudestrahlend positionieren. Endlich Kundschaft. Sie ordern Kaffee. Miriam Wagner (15) setzt das Wasser zum Kochen auf, während Antonia Wolfertz (15) den Kaffeefilter vorbereitet. Eine Besonderheit des Jucas ist der frisch handgebrühte Kaffee. "Einige haben sich beschwert, dass unser Kaffee nicht stark genug ist", sagt Felix Blossey (16), der gerade Geschirr trocknet. "Da müssen wir noch nachbessern." Als der Kaffee fertig ist, serviert Dominik Budych (15) den Frauen das Heißgetränk für einen Euro am Tisch. Es ist das teuerste Getränk auf der Karte. Wasser, Softdrinks und Tees gibt es hier zwischen 50 und 80 Cent. "Wir sind extrem günstig, da lohnt es sich immer vorbeizukommen", preist Felix lächelnd an. Neu auf der Getränkekarte ist seit einigen Tagen der alkoholfreie Cocktail Ipanema. "Der kommt echt gut an", sagt Antonia. Auch unter ihren kleinen, kostengünstigen Snacks, zwischen 80 Cent und 1,70 Euro, haben sich einige besonders gefragte herauskristallisiert. "Crêpes mit Nutella und Kinderschokolade wird besonders viel nachgefragt, aber auch unsere Sandwiches mit Mozzarella oder unsere Kuchen und Muffins", sagt Dominik.

Rund 30 Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren arbeiten hier im Juca ehrenamtlich im Zwei-Stunden- Schichtdienst, fünf Mal die Woche. 14 erwachsene Aufsichtspersonen wechseln sich ebenfalls im Schichtdienst ab, um die Jugendlichen aus dem Hintergrund zu unterstützen.

Heute ist Thomas Felsner zum ersten Mal dabei: "Mir gefällt es hier gut und die Jugendlichen machen ihre Arbeit mit Begeisterung." Die Teenager leisten nicht nur ihren Dienst im Café ab: "Nach meiner Schicht bleibe ich auch häufig selber noch hier", erzählt Dominik und Felix bestätigt: "Gestern habe ich hier zu Abend gegessen."

Je mehr sie erzählen, umso deutlicher wird, wie begeistert sie eigentlich von ihrem kleinen Jugendcafé sind. Am Wochenende sei immer am meisten los. "Klar muss noch einiges gemacht werden, um es noch gemütlicher zu gestalten, aber das kommt mit der Zeit", erklärt Felix. Die Sitzlandschaft zum Beispiel, auf die wird das Juca nicht so lange warten müssen wie vorher angenommen. "Ein Messebauer hat sich bei uns gemeldet und angeboten, uns ein Ausstellungsstück zur Verfügung zu stellen", verrät Felix.

Nur mehr jugendliche Gäste würden sich die Vier wünschen. Auch unter der Woche. "Dafür müssen wir vermutlich noch mehr Werbung machen."

Quelle: RP
 
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