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Haan
Denkmalschutz kam spät nach Haan

Haan. Beim Stammtisch der WLH ging es um Historisches - und die Lehren daraus.

Die größte Überraschung bereitete Paul Zimmermann den Mitgliedern der WLH mit seiner Aussage zum Lkw-Verkehr. Zimmermann, selbst im Bergischen Geschichtsverein, blickte am Donnerstagabend auf Historisches - dazu hatte die "Wählergemeinschaft Liebenswertes Haan" eingeladen.

Beim Stammtisch im Speckstübchen erzählte der Heimatforscher, dass die Probleme mit dem Schwerlastverkehr auf der Kaiserstraße alles andere als neu sind. "Nach dem Zweiten Weltkrieg polterten die Laster schon hier entlang", erzählte er. "Sie brachten Rheinsand von Düsseldorf nach Wuppertal. Dort wurde er als Baumaterial gebraucht." Die Autobahn 46 wurde unter anderem deswegen gebaut: Die Strecke durch Haan war zu lang, zu beschwerlich, das Getöse ungeheuer. "Das ist für mich wirklich neu und spannend", kommentierte Annegret Wahlers von der WLH das Thema. "Unfassbar, dass es das Problem noch immer gibt." Die Ratsfraktion kämpft für ein Durchfahrtsverbot für Lkw.

Aus der Geschichte für die Zukunft lernen - geht das? Wahlers: "Wir versuchen es." Das bedeutet, dass mehr passieren muss als das Vergangene zu betrauern. Sehr viele alte, bergische Häuser sind in den 60er und 70er Jahren abgerissen worden. Alte Fotos zeigen die malerischen Schieferfassaden, die typischen Türen. Von Denkmalschutz, war in Haan sehr spät die Rede. Zu spät für viele Gebäude. "Es muss doch möglich sein, von Bauherren heutzutage eine bestimmte Fassadengestaltung einzufordern", schlug Ursula Wolff vor, die 50 Jahren in Haan lebt. "Hier nur auf Barrierefreiheit und Energieeffizienz zu schauen, ist zu kurz gesprungen."

Eine Lösung für die Belebung der Innenstadt und des Neuen Markts fand die Runde nicht. Vielleicht war es tröstlich zu hören, dass es von Anfang an Streit um die Gestaltung gab. Unzufrieden ist die WLH mit dem vorliegenden Innenstadtkonzept. Das vorgesehene Einkaufszentrum sei keineswegs obligatorisch.

(gök)
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