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Haan
Ein Adler und jede Menge Spaß

Haan: Ein Adler und jede Menge Spaß
Weißkopfseeadler Jaffa wiegt fünf Kilogramm - und den Arm von Daniel Drehaus wollte er keinesfalls fliegend verlassen. FOTO: Staschik
Haan. Das Mittelalterspektakel des Jugendhauses Haan begeisterte Ritter, Knappen und Burgfräulein. Von Dirk Neubauer

Das Dengeln des Hufschmieds ist schon von weitem zu hören. In das Fauchen seiner Esse mischen sich Schalmeien-Klänge und ein Tamburin. Der Duft von gebratenem Speck liegt über der Szenerie. Hinter dem Jugendhaus hat das Team den Kalender um einige hundert Jahre zurückgedreht. Wie anmutige Burgfräulein, stolze Ritter und freche Gaukler deutlich machen, kommt es beim fünften Mittelalterspektakel darauf an, das Herz am rechten Fleck zu haben. Viele hundert Haaner Bürger und Knappen machen sich fröhlich auf eine Zeitreise.

Einer von ihnen ist Bürgermeister Knut vom Bovert, der die Gäste gleich zu Beginn um 15 Uhr mutig begrüßte. "Mutig", weil er seine geballte Rechte dem Weißkopfseeadler Jaffa hingehalten und der auch noch darauf Platz genommen hat. Beide schauen einander respektvoll in die Augen, dann erinnert vom Bovert mit fester Stimme daran, dass auch die Haaner Kirmes auf einen mittelalterlichen Jahrmarkt zurückgeht, der 1386 erstmals in den Urkunden erwähnt wurde. So gesehen stehe das Jugendhaus Haan mit seinem Mittelalterspektakel in einer guten Tradition. Anmerken lässt sich der Bürgermeister nichts bei seinen Worten - hinterher aber verrät er: "Den Arm minutenlang ruhig zu halten - mit einem fünf Kilogramm schweren Adler darauf - da hätte ich vorher doch besser noch eine Runde durch das Fitnessstudio drehen sollen." 41 Helfer haben das Jugendhaus zum Mittelalterspektakel aufgebaut - Menschen jeden Alters. "Darunter sind auch viele ehemalige Besucher, die uns über all die Jahre verbunden geblieben sind", freut sich Ingrid Maier, die gemeinsam mit Gerhard Richard das Angebot mitten in der Stadt für die Fünf-bis 20-Jährigen über all die Jahre hinweg weiterentwickelt hat. Mehr als 100 Stammgäste nutzen das Jugendhaus mit all seinen Möglichkeiten regelmäßig.

Einer davon ist Jakob. Und der kniet gerade mit der ganzen Würde und Ernsthaftigkeit eines Fünfjährigen nieder. Denn dass er zu einem Ritter geschlagen wird, mit Urkunde und Schulterdipp eines Holzschwertes - das passiert eben nicht jeden Tag. Dann aber ist der Moment vorbei und Jakob greift sich die Hand der Frau, die neben ihm steht: "Komm Mama, ich will noch 'mal zum Bogenschießen. Das hat am meisten Spaß gemacht..." Für den Ritterschlag müssen die Jüngsten einen mittelalterlichen Fünfkampf absolvieren. Neben dem Bogenschießen das Lanzenwerfen, Ringestechen, Armbrustschießen und Baumscheibenrollen. Letzteres ist die schwerste Prüfung - das sind sich alle Mädchen und Jungen einig.

Derweil unterhalten Gaukler Jeremias von Krötenstein, Amira, die Anmutige und Knappe Lanzelutz, kurz "Das Gauklerpack" die etwas älteren. Später singt die Gruppe Vogelfrey. Einen ordentlichen Humpen Met und Silbergeschmeide gibt es am Andenkenstand.

Quelle: RP
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