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Haan
Eltern stimmen über Gesamtschule ab

Haan. Bis zum 18. April sollen die Fragebögen zurückgegeben werden. Bildungsausschuss berät am 27. April die Ergebnisse. Von Ralf Geraedts

Die Eltern von 890 Erst- bis Drittklässlern haben von der Stadt einen Fragebogen "zur weiteren Schulentwicklungsplanung der Stadt Haan für den Bereich der Sekundarstufen I + II" erhalten. Drei Fragen haben die Väter und Mütter zu beantworten: Welche Klasse ihr Kind derzeit besucht. An welcher Schule sie ihr Kind anmelden würden, wenn die Schulstruktur bliebe wie bisher. Und - falls zum Schuljahr 2017/18 eine Gesamtschule eingerichtet würde - ob sie ihr Kind dort ganz bestimmt, eher ja, eher nein oder bestimmt nicht anmelden würden. Die Ergebnisse der Erhebung sollen am 27. April in einer Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport präsentiert und diskutiert werden.

"Wir Haaner Eltern entscheiden, ob es eine Gesamtschule in Haan gibt", sagt Bastian Gierling von der Elterninitiative für eine familienfreundliches Haan. Die setzt sich dafür ein, dass möglichst alle Eltern sachlich über die jetzt anstehenden Schulfragen informiert werden. Die Initiative hat sich Montag im Vorfeld der zweiten Info-Veranstaltung bei der Verwaltung dafür eingesetzt, dass die Informationen und auch die Präsentationen der Fachleute auf der städtischen Homepage veröffentlicht werden. Parallel wird ein umfangreicher Fragen-/Antworten-Katalog rund um die Gesamtschule und die bestehenden Schulen erarbeitet.

Die Fragebögen sind den Kindern am Dienstag in den Grundschulen ausgehändigt worden. "Gruselig" findet Bastian Gierling die Tatsache, dass die Stadt den Fragebogen nicht per Post zustellen ließ. Wenn Eltern noch keinen Fragebogen erhalten haben, sollten sie sich ans Schulverwaltungsamt (Tel. 02129 911-411) wenden.

Die Grün-Alternative Liste (GAL) Haan lädt für Samstag, 9. April, von 10 bis 12 Uhr zum Besuch eines Informationsstandes an der Ecke Kaiserstraße/Neuer Markt (vor der Bäckerei Schüren/Sparkasse) ein. Dort soll über die Elternbefragung und den Elternfragebogen, die Schulform Gesamtschule und die weiteren Schritte zur Einrichtung einer Gesamtschule in Haan gesprochen werden.

Inzwischen ist die erste Elterninformation von Mitte März zum Politikum geworden. "Mit großer Verwunderung haben wir die Äußerungen aus der Bezirksregierung hinsichtlich der Schulentwicklung in Haan zur Kenntnis nehmen müssen", kommentiert der Mettmanner FDP-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Dirk Wedel Medienberichte. Damals hatte Dezernent Walter Steinhäuser Bezirksregierung dahingehend geäußert, dass die Hauptschulen dringend geschlossen werden müssten und er ein zweigliedriges Schulsystem befürworte.

"Von der Bezirksregierung erwarte ich eine neutrale Beratung von Eltern und Kommunalpolitik und keine Bevormundung", so Wedel. Er hat eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, um zu erfahren, ob sie die diffamierende Einschätzung teile, dass nur Kinder die Hauptschule besuchten, die - wie von dem Dezernenten behauptet - bei anderen Schulformen durch das Raster gefallen seien. Außerdem will sie geprüft wissen, ob das Vorgehen bei der Diskussionsveranstaltung mit dem Schulgesetz und der neutralen Beratungsaufgaben der Bezirksregierung in Einklang stünde. "Letztlich entscheiden die Eltern und nicht Vertreter der Bezirksregierung, welche Schulform für ihre Kinder gewünscht wird", unterstreicht der Abgeordnete.

Quelle: RP
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