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Haan
Finanzschule ist fast bezugsfertig

Haan: Finanzschule ist fast bezugsfertig
Die ehemalige Landesfinanzschule an der Kaiserstraße (im Bild Haus Rheinland) wird für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet. FOTO: Staschik
Haan. Der Umbau ist beinahe abgeschlossen. Haan kann weitere 60 Flüchtlinge aufnehmen. Von Ilka Platzek

Ende Mai beherbergte Haan 241 Asylsuchende. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Sozialamtsleiter Udo Thal rechnet damit, dass der Stadt in diesem Jahr jeden Monat etwa zehn neue Asylbewerber zugewiesen werden. "Tatsächlich sind die Zuweisungen schwankend", berichtet Thal: "Aktuell kommen nicht ganz so viele. Zwischen Ende Februar und April hatten wir einen Anstieg um 20 Personen." Eigentlich seien es mehr gewesen, aber gleichzeitig habe es "Abgänge" gegeben, also Flüchtlinge, die kein Asyl erhalten und die Haan wieder in Richtung Heimat verlassen mussten. Es waren überwiegend Menschen aus Balkanstaaten oder Nordafrikaner, denen die Ausländerbehörde des Kreises Mettmann kein Asyl zugestanden hat, weiß Thal. Inzwischen kämen die meisten Flüchtlinge, die Haan zugewiesen werden, aus Syrien, Irak und Afghanistan. Landrat Thomas Hendele nannte im Kreistag auf Anfrage der AfD einige Zahlen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland 75 000 Asylanträge (Erstanträge) gestellt. Die meisten (21 000 oder 28 Prozent) von Menschen aus dem Kosovo. Anerkannt werden aber nur 0,2 Prozent dieser Anträge.

In den vorhandenen Haaner Unterkünften ist kein Platz mehr für die Neuankömmlinge, erklärt Thal. Die 60 zusätzlichen Plätze in der ehemaligen Landesfinanzschule an der Kaiserstraße werden also dringend gebraucht und sollen ab Mitte Juli genutzt werden. Ute Eden, Gebäudemanagerin der Stadt, ist optimistisch, dass alles rechtzeitig fertig wird: "Die Bauarbeiten sind kurz vor dem Abschluss."

Die ehemalige Landesfinanzschule besteht aus drei Gebäuden, die das Land der Stadt mietfrei zur Verfügung stellt. Das viergeschossige "Haus Westfalen", das jetzt umgebaut wird, war bereits in den 1950er Jahren ein Wohnheim. "Wir müssen dort den Brandschutz auf den neuesten Stand bringen", erklärt Ute Eden. Außerdem werden Küchen zum Selbstkochen eingerichtet, das Treppengeländer kindersicher gemacht und der Aufzug repariert.

67 000 Euro wurden dafür veranschlagt und werden wohl auch reichen, glaubt die Gebäudemanagerin: "Bei den insgesamt 45 Zimmern werden nur kleinere Umbauten vorgenommen. Es sind überwiegend kleinere Räume für ein bis zwei Personen beziehungsweise für Mütter mit zwei Kindern."

Das Land stellt die Gebäude zwar mietfrei zur Verfügung, trotzdem kommen hohe Kosten auf die Stadt Haan zu: "Einmalig 67 000 Euro für die bauliche Herrichtung und 50 000 Euro für die Möblierung", rechnet Sozialdezernentin Dagmar Formella vor: "Außerdem rund 147 200 Euro im Jahr für die Instandhaltung der Gebäude und Grünflächenpflege sowie 220 000 Euro im Jahr für die Betriebskosten (Strom, Wasser). Außerdem wird ein Hausmeister eingestellt, der die Stadt weitere 40 000 Euro kostet."

Quelle: RP
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