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Haan
Firma Credo fühlt sich nach Umzug in Haan wohl

Haan. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren bei Pediküre-Artikeln. Die Produkte werden in über 60 Länder verkauftl.

Die Credo Stahlwarenfabrik hat sich rund acht Monate nach ihrem Umzug von Solingen nach Haan an ihrem neuen Standort gut eingelebt. Das wurde jetzt bei einem Besuch des Wirtschaftsförderungsausschusses im Firmensitz an der Rheinischen Straße deutlich. Die geschäftsführende Gesellschafterin Gabriele Kracht führte Politiker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sichtlich zufrieden durch das Werk: "Wir können jetzt auf einer Ebene produzieren, statt wie bisher auf drei."

Die Credo Stahlwarenfabrik gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet der Pediküre-Artikel und ist weltweit eines der führenden Unternehmen von mechanischen Fußpflegeinstrumenten. Neben dem Hornhauthobel gehören Klingen, Nagelhautmesser, Pinzetten oder Fußpflegezangen zum Sortiment. Vieles davon wird in über 60 Länder ins Ausland verkauft. Der Umsatz liegt bei sieben Millionen Euro im Jahr, der Exportanteil beträgt 50 Prozent, berichtete Kracht.

Stolz zeigte sich die 59-Jährige gelernte Industriekauffrau und -ökonomin ("Ein Mann, zwei Kinder, drei Hunde") über die Treue ihrer Mitarbeiter. Von den 42 Beschäftigten seien 64 Prozent zehn Jahre und länger bei Credo. Der älteste Beschäftigte sei 80 Jahre alt und ist der Firma Credo seit 65 Jahren treu. Über 80 Prozent der Belegschaft seien älter als 40, und nur ein Sechstel seien Männer. "Alte Frauen haben Power", scherzte Kracht und fügte hinzu: "Wir sind erfolgreicher denn je und wir haben im Marktgeschehen einen festen Platz."

Das Unternehmen hat auch in Haan seine bisherige Telefonnummer mit Solinger Vorwahl behalten und wirbt weiterhin mit dem Schriftzug "Credo Solingen". Denn der geschützte Städtename, geregelt über die Solingen-Verordnung, gilt laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) bereits seit 1936 auch für die Stadt Haan. Das hat seinen Grund darin, dass dort viele Zulieferer der Schneidwarenbranche ansässig sind. Dieses Solingen-Privileg bildet aus Sicht von Kracht auch heute noch einen Anteil am Erfolg - die Produktherkunft aus Solingen sei speziell im Export ein von ausländischen Partnern geschätztes Qualitätsmerkmal, und sie sei froh, es weiterhin nutzen zu können.

Die Firma Credo wurde im Jahre 1924 in Solingen gegründet. Firmengründer Gustav Kracht war ein großer Tüftler, experimentierte leidenschaftlich. Noch heute werden in vielen Haushalten Erfindungen von ihm genutzt. Schon 1912 ließ Kracht sich einen Dosenöffner mit Zahnradwiderlager, besser bekannt als Hebeldosenöffner, patentieren. Im Laufe der Jahre meldete er weitere Erfindungen zum Patent an: unter anderem den von ihm entwickelte Hornhauthobel.

(arue)
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