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Haan
Freie Gemeinde Haan hat "Besuch"

Haan. Theaterstück: Wenn Jesus nach 2000 Jahren noch einmal auf die Erde kommt. Von Gundel Seibel

"Der Besuch" hieß das Theaterstück, das am Samstag in der Freien Evangelischen Gemeinde aufgeführt wurde. Genau so wenig aufschlussreich wie der Titel war zunächst der Untertitel "Als der Himmel die Erde zum zweiten Mal berührte". Tatsächlich ging es darum, was passieren könnte, wenn Jesus uns heute nach mehr als 2000 Jahren in unseren Kirchengemeinden besuchen würde. "Der Gründer" hieß Jesus in dem Stück. Jeder wusste, um wen es sich handelt.

Diese beinahe utopisch wirkende Idee wurde auf der Bühne im Gemeindezentrum an der Ellscheider Straße zu einem außergewöhnlichen Theaterstück. Von eifrigen Kirchenvorständen wurde jede Minute des Aufenthaltes in der Gemeinde organisiert, betreut, bedacht. "Der Gründer" hatte nach den Regeln des modernen Kirchen-Managements zu handeln. Tat er aber nicht. Er kümmerte sich um den Bettler, die verlassene Ehefrau, das unter der Trennung der Eltern leidende Kind. Als Jesus einem Bettler die Kreditkarte von Kirchenvorstand William geben wollte, riss dem der Geduldsfaden. Am Ende, als William selbst in einer Krise steckte, erlebte er den Gründer als Tröster und Versteher.

Die Theatertruppe der Freien Evangelischen Gemeinde unter der Leitung von Carsten Butz, der auch die Hauptrolle des Gründers übernommen hatte, besteht seit vielen Jahren. Etwa einmal im Jahr studiert sie ein neues Theaterstück ein. "Der Besuch" ist eine Inszenierung des fränkischen Theaters zum Einsteigen (TZE). Initiator ist Ewald Landgraf, der in Haan die Hauptrolle von William übernommen hatte. "Der Besuch" beruht auf dem gleichnamigen Buches von Adrian Plass und wurde 2004 uraufgeführt. Zum TZE-Team gehörte auch Ulrich Tesch (im Stück der Gemeindeleiter). Alle anderen Laienschauspieler sowie das Technik-Team gehören zur Haaner Gruppe. Weitere Rollen spielten Sandra Butz (Helen), Bernadette Langemann (Miss Fairy), Anna Lena Heinrichs (Jenny), Christian Tiedtke (Bill), Patrick Rheinländer (Henry), Angelika Schauff (Journalistin) und Christiane Seiffert (Jackie).

Es waren die zu Herzen gehenden Erkenntnisse der Protagonisten, die auch den Zuschauer berührten. So sagte der Schwule, der Jesus begegnet war: "Ich glaube, er mag mich". Oder der genervte Gemeinden-Vorsteher kritisierte den Gründer mit: "Er ist so furchtbar menschlich". Viel zu lachen gab es im Stück auch, wenn übertriebenen Lehren, ungeschriebenen Gesetze oder Verbote in der Gemeinde auf die Schippe genommen wurden. "Das machen wir schon seit 50 Jahren so", überzeugte den Gründer wenig.

Quelle: RP
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