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Haan
Geschichtsverein klärt das Rätsel um das Haaner Straßenpflaster

Haan. Beim Straßenbahnbau um das Jahr 1895 wurde die damals bereits gepflasterte Bahnhofstraße mit einer weiteren Steinschicht belegt. Von Ralf Geraedts

Als im vorigen Herbst die Sanierungsarbeiten an der Bundesstraße 228 starteten, tauchten unter dem Asphalt die alten Straßenbahnschienen auf. Das rief die Historiker auf den Plan, die gern die Gelegenheit nutzten, die überbaute Vergangenheit zu rekonstruieren. Als dann der weitere Bauabschnitt - zwischen Jägerstraße und Eisenbahnbrücke - begann, war die Überraschung perfekt: Unter einer Kopfsteinpflasterschicht tauchte eine zusätzliche Lage der Steinbefestigung auf. Das wiederum ließ die Frage aufkommen, wie alt wohl die ursprüngliche Straße gewesen sein mag.

Paul Zimmermann vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins hatte darauf gehofft, dass bei der Sanierung der nördlichen Straßenseite wieder Schienen auftauchen würden. Das war leider nicht der Fall. "Gleichwohl zeigt das freigelegte Kopfsteinpflaster eindrucksvoll den einstigen Verlauf der Strassenbahntrasse in diesem Bereich." Aus der Art, wie die Schienen in das Pflaster eingebettet waren, lasse sich folgern, dass das Pflaster beim Bau der Straßenbahn gelegt worden war.

Die Strecke der Linie "V" wurde 1899 eröffnet, ein Teilstück von Benrath bis zum Windhövel früher. "Rechnet man die Bauphase mit ein, so ist die obere Pflasterung aus der zweiten Hälfte der 1890er Jahre." Das ältere darunterliegende Pflaster, welches nur bis an die Straßenbahntrasse heranreichte, lasse bis jetzt nur Vermutungen über den Zeitpunkt der Verlegung zu.

Bei Rundfragen innerhalb des Bergischen Geschichtsverein zeichnete sich folgende Theorie ab: Die Kunststraße Hilden-Vohwinkel, die in großen Teilen auch auf Haaner Gebiet schnurgerade verläuft, wurde um 1850 fertiggestellt. Das doppelte Pflaster wurde bisher nur im Bereich der unteren Bahnhofstraße gefunden. Dieses Teilstück war aber - im Gegensatz zu heute - keine Hauptverkehrsachse (diese Bedeutung hatten Kölner- und Kaiserstraße). Darum vermuten die Heimathistoriker, dass die Bahnhofstraße in erster Linie als Weg zur damals neu entstandenen Bahnline Opladen-Elberfeld mit dem zweiten Haaner Bahnhof/Haltepunkt "Haan-Ort" genutzt und deswegen gesondert gepflastert wurde. Der Haltepunkt wurde auf Initiative des damaligen Landtagsabgeordneten Dr. von Böttinger gebaut und 1885 eingeweiht. Gerade in Unterhaan, neben der Bahnlinie, siedelten sich mehrere Firmen an. Die Bahnlinie wurde 1867 eröffnet, somit wird die Strecke in zwei Jahren 150 Jahre alt.

Quelle: RP
 
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