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Haan
Grünflächenpflege wird neu vergeben

Haan. In vielen Haaner Grünanlagen schneiden private Unternehmen Rasen und Hecken. Von Ralf Geraedts

Gartenbauunternehmen sollten schon einmal die Rechenmaschinen herausholen: Die Stadt Haan schreibt in Kürze den Auftrag zur Grünflächenpflege für 2018 neu aus. Ein Blick auf das Pflichtenheft zeigt, dass ein solches Unternehmen schon auf eine Mitarbeiterschar und einen Maschinenpark zurückgreifen muss. Einige Beispiele: 119.000 Quadratmeter Rasenfläche sollen 15 Schnitte erhalten. 41.000 Quadratmeter Gehölze, 2000 Quadratmeter Staudenfläche sollen sechsmal gepflegt werden. 72.000 Quadratmeter Wiesenfläche erhalten eine Mahd, 27.500 Quadratmeter zwei Mähaktionen. Auch an Schulen sind Pflegearbeiten nötig - etwa der zweimalige Schnitt von 500 laufenden Metern Hecke.

Seit mehr als drei Jahrzehnten schreibt die Stadt Pflegearbeiten in städtischen Grünanlagen aus. Grund: Zum einen entstanden zum Ende der 1970er Jahre eine Reihe großer Grünanlagen wie das Haaner Bachtal oder der Düsselberg. Zum anderen stieg die Anzahl der Ausgleichsflächen im Zuge der Stadtentwicklung. Neue Wanderwege wurden in Zusammenarbeit mit den Zweckverbänden angelegt und mit dem Ausbau der Innenbereiche von Haan und Gruiten sowie Gruiten-Dorf entwickelte sich eine Vielzahl öffentlicher Grünflächen. Da gleichzeitig Sparmaßnahmen zu einem massiven Abbau von Personal auf dem Betriebshof führten, musste ein Teil der Pflege regelmäßig fremdvergeben werden.

Die Pflegeintervalle wurden so festgelegt, dass Fahrbahnen und Gehwege nicht zuwachsen. Die Ausbreitung von Wildkräutern und wilden Gehölzen soll verhindert werden. "Um eine von Wildkräutern durchsetzte Pflanzung wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, ist häufig die komplette Erneuerung der Pflanzung einschließlich Bodenaustausch notwendig", heißt es in der Beratungsvorlage. Pflege trägt zu einem gepflegten Stadtbild bei. Denn neben der gärtnerischen Unterhaltung werden bei der Arbeit zugleich Flächen gereinigt. Die extensive Pflege soll auch die Artenvielfalt erhalten. Im Etatentwurf 2018 sind zur Pflege der öffentlichen Außenanlagen derzeit 203.000 Euro veranschlagt.

Auf Antrag der WLH-Fraktion soll sich der Vergabeausschuss Anfang 2018 mit dem Pflegekatalog befassen. Die Politiker wollen klären, ob immer wieder Flächen kurz geschnitten werden müssen oder ob es auch etwas naturnäher geht. Betriebshofleiter David Sbrzesny mahnte, wenn weniger als 15 Schnitte von Rasenflächen gewünscht seien, dann ändere sich damit das Stadtbild. Baudezernent Engin Alparslan stellte klar, dass keine großen Einsparungen möglich seien. Das Mähen eines Quadratmeters Rasenfläche koste nur wenige Cent. Bernd Stracke (SPD) betonte, es gehe ihm nicht um Kosten, sondern um die Artenvielfalt.

Quelle: RP
 
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