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Gruiten
Gruitener schwelgen in Erinnerungen

Gruiten. Der Tag der offenen Tür der Archivräume der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde lockte viele Besucher an. Von Nicole Kuska

"Hier liegt die Edelhoff'sche Villa und da haben wir als Kinder immer mit Murmeln gespielt", zeigt Roswitha Herring ihrer Freundin Monika Schürmann auf dem ältesten Foto Gruitens, das auf eine Leinwand gedruckt wurde. Es muss noch vor 1895 geschossen worden sein.

Das älteste Foto Gruitens und andere historische Materialien über die Geschichte Gruitens konnten sich interessierte Besucher am Samstag beim Tag der offenen Tür der Gruitener Archive im Evangelischen Gemeindehaus auf der Prälat-Marschall-Straße ansehen.

Unter den historischen Materialien ist auch Archivmaterial von Heinrich Ahrweiler sowie den Brüdern Fritz und Ernst Breidbach: "In unserem Archiv gibt es seit neun Jahren das Privatarchiv von Breidbach und das Archiv von Ahrweiler seit sechs Jahren. Ohne Breidbach wüssten wir wohl kaum etwas über die Gruitener Geschichte", erklärt Lothar Weller vom Stammtisch "Geschichte & Geschichten".

Nach dem Tod von Ernst Breidbach haben die Verwandten dafür gesorgt, dass die wertvollen Dokumente in gute Hände kamen. Unter den Materialien des gesamten Archivs sind unter anderem Eheverträge, Erbverträge, Testamente und Leibzuchtverträge. Das wertvollste Stück ist eine Verteidigungsschrift: "Wir haben eine Verteidigungsschrift eines Hofbesitzers an der Düssel, der jemanden angeklagt hat, weil er unerlaubt in der Düssel gefischt hat. Dieses Schriftstück stammt im Original von 1666 und ist bei uns im Tresor verwahrt", erzählt Weller.

Jeden Montag trifft sich der offene Geschichtsstammtisch im Predigthaus auf der Pastor-Vömel-Straße, wo auch schon Wertvolles abgegeben wurde: "Die Leute finden beim Aufräumen oder Entrümpeln von Dachböden häufiger wertvolle Dokumente, die uns dann übergeben werden. Wir haben aber auch beispielsweise Gäste aus Solingen, Mettmann oder Erkrath, die zu uns kommen, weil sie etwas Bestimmtes suchen", so Weller.

Roswitha Herring und Monika Schürmann interessieren sich besonders für alte Fotos: "Ich bin hier aufgewachsen und deshalb schaue ich mir gerne Fotos meiner Heimat an. Die ersten sechs Jahre haben wir in der Nähe des Bahnhofs gewohnt und dann sind wir in die Aue gezogen", erklärt Herring. Ihre Freundin ist erst mit vier Jahren nach Gruiten gekommen. Auf der Leinwand erkennt Roswitha Herring viele Eckpunkte: "Da ist der Heinhauser Weg und in der Nähe habe ich gewohnt. Hier in diesem abgelaufenen Teich haben wir immer gematscht", erzählt sie.

Der offene Stammtisch "Geschichte & Geschichten" trifft sich jeden Montag ab 15 Uhr im Predigthaus auf der Pastor-Vömel-Straße 47.

Quelle: RP
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