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Haan
Gymnasium - Stadt bremst Bauverfahren

Haan: Gymnasium - Stadt bremst Bauverfahren
Eine Skizze vom Neubau des Haaner Gymnasiums. Anwohner sorgen sich unter anderem, dass er zu nah an die Wohnbebauung heranrückt.
Haan. Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Bis die Auseinandersetzung geklärt ist, ruhen die Ausschreibungen. Von Alexandra Rüttgen

Für Regine (71) und Bernward Schröteler (80) ist ihr freistehendes Einfamilienhaus an der Adlerstraße mehr als nur ein Wohnort. Es ist ihr Refugium. "Wir haben gedacht, wir können hier unseren Lebensabend ruhig verbringen", sagt die Haanerin. Doch ihre Ruhe sieht sie jetzt in Gefahr: Der geplante Neubau des Gymnasiums ist größer und rückt näher an die Wohnbebauung heran, als es den Anwohnern lieb ist. Sie haben daher einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Und die Rückendeckung ist groß: Mindestens sechs weitere Parteien seien gegen die Planungen, sagt Schröteler. "Unser Anwalt würde auch sie vertreten, wenn es nötig wäre."

Die Stadtverwaltung hat auf die eingebrachten Bedenken zwischenzeitlich reagiert und hat das Ausschreibungsverfahren für das Gymnasium gestoppt. Das bestätigt Bürgermeister Knut vom Bovert. "Wir haben das Verfahren zur Ruhe gebracht, bis geklärt ist, welche Rechte die Anwohner geltend machen", sagt vom Bovert. Die Stadtverwaltung will nun individuelle Termine mit den Anwohnern zeitnah nach den Sommerferien vereinbaren. So lange müssen die Planer eine Pause einlegen. Gerichtsverfahren will die Stadtverwaltung nach Möglichkeit vermeiden, sagt vom Bovert.

Schon am Donnerstag, 2. Juli, haben sich betroffene Bürger mit Mitgliedern der Haaner Ratsfraktionen und Vertretern der Stadtverwaltung getroffen, berichtet WLH-Fraktionschefin Meike Lukat. "Dank des Engagements der Anwohner konnten wir gemeinsam an diesem Abend bereits viele Missverständnisse und Sorgen ausräumen und eine gute Arbeitsgrundlage schaffen." Ob die Schrötelers auf rechtliche Schritte verzichten, steht indes nicht fest. Als das Gymnasium gebaut wurde, stand ihr Haus schon. Noch vom damaligen Haaner Stadtdirektor Heinz Goldenstedt sei zugesichert worden, dass die Schule einen Abstand von 30 Metern zu den Wohnhäusern einhält. Das neu zu bauende Gebäude würde jedoch auf zehn Meter heranrücken. Zu nah, sorgen sich die Schrötelers. Kompromissvorschlag der Stadt: 15 Meter. Und die Abstandsflächen würden begrünt. "Das prüfen wir noch", sagt Schröteler.

Doch das seien längst nicht alle Bedenken: Vielen Anwohnern erscheine auch das Gebäude, das auf dem Platz der ehemaligen Aula errichtet werden soll, als zu hoch. Es soll fünf Geschosse haben - wobei wegen der Hanglage nur anderthalb Geschosse herausragen, suchte die Stadtverwaltung noch bei einer Infoveranstaltung im März zu beruhigen. Offenbar jedoch ohne Erfolg.

Quelle: RP
 
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